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Weihnachtszeit ist Spendenzeit: Lokale Projekte profitieren besonders

Weihnachtszeit ist Spendenzeit: Lokale Projekte profitieren besonders

Die Deutschen spenden in diesem Jahr bislang weniger als im Vorjahr. Allerdings freuen sich lokale Projekte über konstante Förderung. Experten sagen: Die Spender wollen nachvollziehen, was mit ihrem Geld passiert.

2,5 Milliarden Euro haben die Deutschen nach einer Erhebung des deutschen Spendenrats in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 gespendet - das sind 5,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Jeder vierte Deutsche trug sein Scherflein bei, am spendenfreudigsten sind nach wie vor die über Siebzigjährigen.

Wie die Spendenbilanz ausfällt, entscheidet aber die Vorweihnachtszeit. Im letzten Quartal kommen traditionell fast so viele Spenden in die Kassen wie im ganzen Rest des Jahres. Allerdings konkurriert bundesweit eine halbe Million meist gemeinnütziger Vereine sowie 18.000 Stiftungen um den Geldsegen.

Die umworbenen Geldgeber werden wählerischer. Wenn es - wie bisher in diesem Jahr - keine großen Naturkatastrophen gibt, wenden sie sich aus Angst vor schwarzen Schafen und teuren bürokratischen Apparaten verstärkt Projekten in ihrer Nähe zu. Bei Schulen, Kitas, Kulturprojekten und beim Tierschutz landet gegen den Trend mehr Geld. "Viele Leute wollen das Ergebnis sehen", sagt Geschäftsführerin Daniela Felser vom Deutschen Spendenrat, Dachverband vieler gemeinnütziger Organisationen.

Von dieser Einstellung profitieren Projekte in der Region. "Für uns ist das Jahr erstaunlich gut gelaufen", sagt Petra Moske vom Verein Nestwärme in Trier. Auch Katrin Bornmüller, die in Wittlich Hilfstransporte in Krisengebiete organisiert, muss keine Einbußen verkraften - und das sind nur zwei Stimmen von vielen.

Auch bei der Spenden-Akquise ändert sich einiges. Das klassische Mailing, also der Bettelbrief, ist deutlich zurückgegangen. Dafür gewinnt die Online-Spende an Boden. "Wir wachsen dynamisch", berichtet Joana Breidenbach vom Berliner Dienstleister Betterplace, mit dem der Volksfreund bei der Aktion "Meine Hilfe zählt" kooperiert.

Inzwischen gibt es viele Informationsangebote, die vor Fehlgriffen beim Spenden schützen - darunter Tipps der Verbraucherzentralen und vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen, das Spendensiegel vergibt.