Wenn das Geld zum Verhüten fehlt

Wenn das Geld zum Verhüten fehlt

"Meine Hilfe zählt": Pro Familia bittet um Spenden, damit verantwortungsbewusste Familienplanung nicht an Kosten scheitert.

Trier Lisa (Name geändert) hatte erst unmittelbar vor der Entbindung festgestellt, dass sie schwanger war. Nach der Geburt wandte sich die junge Mutter mit dem Überraschungsbaby im Arm an die Pro Familia in Trier. "Sie wollte eine weitere Schwangerschaft vermeiden, hat aber wenig Einkommen", sagt Claudia Heltemes, Leiterin der Beratungsstelle. Kindergeld, Elterngeld und Arbeitslosengeld II reichten nicht aus, um eine Spirale oder ein Verhütungsstäbchen zu finanzieren.
Lisa ist laut Heltemes kein Einzelfall. Immer wieder suchen Menschen bei der Pro Familia in der Balduinstraße Hilfe, weil das Geld zum Verhüten fehlt. Darunter Alleinerziehende, Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht schwanger werden wollen, Geflüchtete, die keine weiteren Kinder bekommen möchten, weil die Zukunft unsicher ist.
Ab dem 20. Lebensjahr ist in Deutschland Verhütung Privatsache. Auf den ersten Blick. Der Hartz-IV-Regelsatz liegt seit Anfang des Jahres für eine alleinstehende Erwachsene bei 409 Euro. 17 Euro sind für die Gesundheitspflege vorgesehen. Etliche Pillenpräparate kosten bereits mehr, die hohen Einmalkosten etwa für eine Spirale sind für Hartz-IV-Empfänger kaum zu stemmen. Doch ganz so privat ist Verhütung nicht. Denn der Staat übernimmt Kosten für eine Abtreibung und Folgekosten, wenn die junge Familie auf Sozialhilfe angewiesen ist.
Seit dem Jahr 2006 hat die Pro Familia Trier 185 sogenannte Familienplanungsberatungen durchgeführt. 2014 wurde erstmals die 20er-Grenze überschritten. 2016 kamen 42 Hilfesuchende zur Pro Familia in der Balduinstraße. "Es gibt eine steigende Nachfrage nach Familienplanungsberatung", sagt Claudia Heltemes. Für 37 Frauen und Männer konnten bislang dank "Meine Hilfe zählt" langfristige Verhütungsmethoden wie Spirale oder Sterilisation finanziert werden. Seit der Gründung engagiert sich Pro Familia unter anderem für das Menschenrecht auf Familienplanung - für das Recht von Frauen und Männern, über die Zahl ihrer Kinder und den Zeitpunkt der Geburt frei und verantwortlich entscheiden zu können.
Dazu zählen laut Pro-Familia-Chefin auch das Wissen und der Zugang zu sicheren, gesundheitlich verträglichen sowie erschwinglichen Verhütungsmethoden. Der Verein fordert seit langem die Kostenübernahme von Verhütungsmitteln für Frauen und Paare, die wie Lisa Arbeitslosengeld II beziehen, um ungewollte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche aufgrund wirtschaftlicher Not zu vermeiden. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, nutzt Pro Familia "Meine Hilfe zählt".
TV-Leserinnen und -Leser können mithelfen, dass die Kosten für Sterilisation und Spirale für Menschen übernommen werden, die verantwortungsbewusst Familie planen wollen, aber denen das Geld dazu fehlt.
Das Pro-Familia-Projekt "Spende für sichere Methoden der Familienplanung 2017" hat die Nummer 54800. Es werden insgesamt 2000 Euro benötigt, um im kommenden Jahr das Angebot weiterführen zu können.Extra: SO SPENDE ICH


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