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Wie Emily mehr am Leben teilnehmen kann

Wie Emily mehr am Leben teilnehmen kann

Nicht mit anderen kommunizieren zu können, obwohl man möchte, macht wütend und einsam. Ein spezielles Angebot des Hör-Beratungs- und Informationszentrums (Hörbiz) Trier fördert die Sprachentwicklung bei Kindern durch Gebärdensprache und bindet die Eltern mit ein. TV-Leser können dazu beitragen, dass das Projekt einen noch tragfähigeren Boden bekommt.

Trier. Marion Rau aus Trier weiß, was es bedeutet, wenn ein Kind sich mitteilen möchte, aber nicht kann. Ihre Tochter Emily war ein Extrem-Frühchen, wie sie sagt. Das Mädchen war drei Monate vor dem Geburtstermin zur Welt gekommen. Die Folge: die Entwicklung des Kindes ist verzögert.
Oft wütend ins Zimmer


Die Zehnjährige hört und versteht alles, doch sich mitzuteilen, fällt ihr schwer. "Wenn sie aus der Schule kam und was erzählte, habe ich sie oft nicht verstanden", sagt Marion Rau. Dann sei Emily wütend in ihr Zimmer gerannt.
Verzweiflung auf beiden Seiten gehörte zum Alltag. In ihrer Not suchte die vierfache Mutter im Internet nach Hilfe. Auf der Homepage des Trierer Hörbiz blieb sie hängen: "Förderung der lautsprachlichen Kommunikation durch Gebärdensprache" ließ sie hoffen.
Marion Rau nahm Kontakt mit dem Beratungs- und Informationszentrum auf. Seitdem kommt Hörbiz-Mitarbeiterin Petya Budinova-Rubick regelmäßig zu Emily nach Hause, um sie spielerisch beim Sprechen zu unterstützen. Dabei lernt die Schülerin einer Schweicher Förderschule Schlüsselwörter zu gebärden. Ebenso helfen Mimik und Gestik, damit Emily sich immer mehr mitteilen kann und verstanden wird.
Dass die "Hörbiz"-Stunden zu Hause stattfinden, spielt dabei eine wichtige Rolle. "Den Kindern fällt das Lernen einfacher, weil sie in der vertrauten Umgebung sind, wo sie sich wohlfühlen", erklärt Petya Budinova-Rubick. Und Emilys Familie kann so mitlernen.
Wird das Sprechen durch die Gebärden nicht unterdrückt? "Nein, das ist nicht erwiesen", sagt Budinova-Rubick. Im Gegenteil. Die Sprachentwicklung könne vorangebracht werden.
Den Erfolg der Stunden erlebt Marion Rau täglich: "Die Verständigung zwischen uns ist viel besser", sagt die Mutter. Denn immer häufiger findet Emily Worte für Dinge - mit und ohne Gebärde. Manchmal schafft sie es sogar, Worte aneinanderzureihen. Auf der anderen Seite haben ihre Mutter und die Geschwister mittlerweile einen Gebärdenschatz. Wutausbrüche und Rückzüge ins Kinderzimmer sind viel seltener geworden.
Derzeit nutzen vier Menschen das ergänzende Angebot. Das Konzept soll verfestigt werden. Dazu gehört auch die Anschaffung weiterer Materialien, die bei den Hausbesuchen eingesetzt werden: Spielgeräte, Bastelutensilien, pädagogische Spiele, um nur einige der notwendigen Hilfsmittel zu nennen.
Wer über "Meine Hilfe zählt" dazu beitragen möchte, dass Kinder wie Emily gefördert werden können, kann das Hörbiz unter der Projektnummer 9401 unterstützen.Extra

Per Banküberweisung an "Meine Hilfe zählt". Konto 220012 bei der Sparkasse Trier (BLZ 58550130) oder Konto 191919 bei der Volksbank Trier (BLZ 58560103). Im Verwendungszweck bitte stets die vier- oder fünfstellige Projektnummer angeben, damit die Spende auch dem gewünschten Zweck zufließen kann. Spenden ohne Projektangabe fließen in einen gemeinsamen Topf, der zu einem späteren Zeitpunkt unter allen Initiativen verteilt wird. Falls eine Veröffentlichung des Spendernamens im TV gewünscht, bitte ein "X" auf dem Überweisungsformular eintragen. Bis zu einer Summe von 200 Euro wird der Einzahlungsbeleg als Spendenquittung anerkannt. Online: Unter volksfreund.de/meinehilfe das gewünschte Projekt auswählen, Spendenbutton anklicken, abgefragte Daten eingeben. Jede Spende wird zu 100 Prozent weitergeleitet, der Trierische Volksfreund trägt die kompletten Transferkosten. DiL volksfreund.de/meinehilfe