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Sieger im Monat Juni, Kategorie Einzelkandidaten: Anita Reichert vom BSK Mittelmosel

Sieger im Monat Juni, Kategorie Einzelkandidaten: Anita Reichert vom BSK Mittelmosel

Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen sind nicht behindert. Sie werden behindert, meine Damen und Herren. Ein selbstbestimmtes Leben ist vielen nicht möglich, vielmehr sind sie von der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen. Anita Reichert aus Hirzlei bei Brauneberg an der Mosel will dies ändern. Dazu hat sie vor 20 Jahren die Ortsgruppe Mittelmosel im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter ins Leben gerufen.

Laudator: Tobias LorigIhr Ziel war es von Beginn an, Menschen mit Handicaps eine unabhängige Lebensführung und persönliche Mobilität zu ermöglichen.

Wir Menschen ohne körperliche Beeinträchtigungen sind frei, können gehen, wohin wir wollen, mit Auto oder Bus fahren. Aber versetzen wir uns doch einmal in die Lange von körperlich beeinträchtigten - oder auch alten - Menschen. Dann wird jede noch so kleine Stufe unbezwingbar, jede Treppe zum Hochgebirge.

Setzen wir uns mal im Geiste in einen Rollstuhl. Und schon ist der Bordstein ein genauso unüberwindliches Hindernis wie die schmale Tür. Selbst zum WC können wir nicht mehr überall.

Oder schließen wir die Augen. Wer will ohne akustische Signale über eine befahrene Straße gehen, wenn er nichts sieht?
In der Welt von Menschen mit Behinderungen wimmelt es von solchen Barrieren. Anita Reichert hat schon viele davon abgebaut. Ämter sind nun barrierefrei erreichbar, Bordsteine abgesenkt, Tourist Informationen haben behindertengerechte Toiletten.

Anita Reichert organisiert auch Sportveranstaltungen, Ausflüge und Reise für Behinderte, hilft ihnen bei Anträgen für Zuschüsse und Hilfsmittel. Sie engagiert sich seit Jahren im Landesbeirat zur Teilhabe behinderter Menschen im Mainzer Ministerium, ist Leiterin der BSK Rheinland-Pfalz und stellvertretende BSK-Bundesvorsitzende.

So ganz "nebenbei" ist sie auch noch Ortsvorsteherin ihres Dorfes Hirzlei und entwickelt ihren Ort stetig weiter. So steht als Nächstes der barrierefreie Umbau des Gemeindehauses an.

Meine Damen und Herren, die Frau, die jetzt auf die Bühne kommt, kämpft dafür, dass Barrieren an Gebäuden und im öffentlichen Raum, aber auch in den Köpfen der Menschen abgebaut werden. Ihr Wahlspruch: "Besser ein Prozent Hilfe, als 100 Prozent Mitleid." Anita Reichert, das ist Ihr Applaus.