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Sportlerwahl
Volksfreund-Sportlerwahl: Ehrungen für Athleten, Trainer und Organisator (Fotostrecke)

FOTO: Friedemann Vetter
Trier. TV-Sportlerwahl-Gala: Athletenleistungen, eine Geste von Trainer Arno Michels und ein Appell von Richard Schmidt ernten großen Applaus. Mirko Blahak

Sportler und Trainer leben im Hier und Jetzt. Ihr Blick ist stets auf den nächsten Wettkampf, auf das nächste Spiel gerichtet. Eine Veranstaltung wie die TV-Sportlerwahl hilft , zwischendurch aus diesem Kreislauf mal auszubrechen.

"Angesichts der Schnelllebigkeit hat man wenig Zeit zur Reflexion. Es gibt kaum Möglichkeiten zu schauen, was im zurückliegenden Jahr gewesen ist. Die Sportlerwahl ist ein schöner Moment, dies nachzuholen", sagte Arno Michels, Assistenzcoach bei Borussia Dortmund. Trotz Terminstresses durch Fußball-Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League fand der Kaseler Zeit, der Preisverleihung für das Jahr 2016 im Kurfürstlichen Palais in Trier beizuwohnen. Und dabei strich er gleich einen Sieg ein - der 49-Jährige entschied die Trainerkategorie für sich: "Ich freue mich tierisch über die Auszeichnung. Als Kind der Region bin ich gerne hierhergekommen."

Bei der Gala hielten rund 200 Gäste Rückschau. Schirmherr Andreas Ludwig, Sportdezernent der Stadt Trier, war froh, einen lockeren Abend unter Sportlern verbringen zu können. "Ansonsten müsste ich im Rathaus in einer Ausschusssitzung sein, bei der viele trockene Themen behandelt werden", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Bei der von Pianist K.P. Bungert und Tenor Thomas Kiessling musikalisch umrahmten Preisverleihung rief Ruderer Richard Schmidt Erinnerungen an die Olympischen Spiele in Rio hervor. "Wir haben Silber gewonnen und nicht Gold verloren", stellte das Mitglied im Deutschland-Achter klar. Schmidt war in den vergangenen Jahren meist wegen Trainingslagern verhindert, diesmal konnte der 29-jährige Trierer mal wieder im Kurfürstlichen Palais vorbeischauen. Zum ersten Trainingslager im neuen Olympia-Zyklus nach Portugal geht's erst am Sonntag.

Als neues Mitglied in der Athletenkommission der Welt-Anti-Doping-Agentur war er um einen klaren Appell nicht verlegen: "Wir haben in Deutschland ein sehr gutes Dopingsystem, das funktioniert. Leider ist der Anti-Doping-Kampf international nicht überall so intensiv, siehe zum Beispiel Russland, Jamaika oder Kenia. Mir ist wichtig, dass die in Deutschland geltenden Regeln auch international angewendet werden - damit wir alle einen fairen Sport erleben." In der Sportler-Kategorie belegte Schmidt Rang zwei - den Titel verteidigen konnte Ausdauerathlet Jens Roth. "Damit habe ich nicht gerechnet - angesichts der großen Konkurrenz", sagte der 29-Jährige.

Nicht persönlich in Empfang nehmen konnte Giulio Ehses die Auszeichnung als Nachwuchssportler des Jahres. Der Triathlet weilt bei einem Trainingslager auf Mallorca. Mit einer Videobotschaft bedankte er sich bei allen, die bei der Publikumswahl für ihn gestimmt hatten. Das türkisblaue Meer in seinem Rücken sorgte bei einigen Gala-Gästen für neidische Blicke.

Beim "Talk mit den Stars" nach der Gala im Foyer des Palais war vor allem Arno Michels ein gefragter Mann. Viele Gäste ließen sich mit ihm ablichten. Neben dem Konstantinpreis nahm er als Zusatzgeschenk den offiziellen Champions-League-Ball mit. Dieser werde aber alsbald den Weg in die Region zurückfinden, kündigte Michels eine nette Geste an: "Ich werde den Ball von allen BVB-Spielern unterschreiben lassen, damit er bei einer Tombola verlost werden kann."Sportlerwahl-Sprüche

"Im Hunsrück kennt jeder jeden. Unser Buschfunk war gut. Und wir haben inzwischen auch Internet." Melanie Endel, Spielerin der HSG Hunsrück, zum phänomenalen Vorsprung als Sieger in der Teamkategorie. Die HSG vereinigte 40,34 Prozent der Stimmen auf sich. "Ich fahre lieber auf der Straße, vor allem mag ich Einzelzeitfahren. Im Training fährt meine Mama im Auto hinter mir her. Wenn sie von hinten schreit, bin ich immer sehr motiviert." Nachwuchsradrennfahrerin Hannah Ludwig (Stahlross Wittlich)."Mit Hammerwerfen fange ich jetzt nicht auch noch an." Para-Leichtathletin Diana Dadzite (Sportlerin des Jahres), zur Frage, ob sie neben Speer- und Diskuswerfen sowie Kugelstoßen nicht noch eine weitere Disziplin in Angriff nehmen will. "Erst habe ich Fußball gespielt. Da habe ich mich mehrfach verletzt. Deswegen hat mich meine Mutter in der Leichtathletik angemeldet." Zehnkämpfer Fynn Favier zur Frage, wie er zur Königsdisziplin in der Leichtathletik gekommen ist."Diesmal steigen wir auf, UND die erste Mannschaft bleibt in der Fußball-Regionalliga drin." Kapitän Vincent Boesen (U19 Eintracht Trier) zum Umstand, dass beim letztmaligen Aufstieg einer SVE-A-Jugend in die Bundesliga im Jahr 2005 die erste Mannschaft gleichzeitig aus der zweiten Liga abstieg. "Für sie wurde eigens ein Lied komponiert: … ,Die immer lacht'" Moderator Björn Pazen (TV) bei der Vorstellung von Läuferin Nora Schmitz, die trotz großer Anstrengungen immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Sportlerwahl-Splitter

Spezialpreis: Traditionell werden bei der TV-Sportlerwahl Sieger in sieben Kategorien gekürt. Sportdezernent Andreas Ludwig, Schirmherr der 2016er-Auflage, schuf kurzerhand eine achte Kategorie. Für die nunmehr schon jahrelangen Verdienste um die Veranstaltung ehrte er Rainer Düro. Als Geschenk übergab er einen Ziegel einer römischen Fußbodenheizung - verbunden mit einem Wunsch: "Ich hoffe, dass die Sportlerwahl mindestens das 25. Jubiläum erreicht.""Servus, euer Lukas": Neben Nachwuchstriathlet Giulio Ehses grüßte auch Nachwuchsfußballer Lukas Schleimer die Gala-Gäste per Videobotschaft. Auch andere Sportler konnten wegen der Vorbereitung auf wichtige Wettbewerbe oder Trainingslageraufenthalten nicht dabei sein: Ruderin Kathrin Morbe zum Beispiel weilt im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada. Sprinterin Sophia Junk saß auf gepackten Koffern für den U-20-Länderkampf in Halle an der Saale an diesem Wochenende. Happy Birthday: Miezen-Trainerin Cristina Cabeza feierte am Tag der Gala ihren 40. Geburtstag. Zur Feier des Tages gab's von den Gästen der Preisverleihung ein stimmgewaltiges Ständchen.Alles klar, Frau Kommissar: Joline Müller, Rückraumspielerin der Trierer Handball-Miezen, ist auch außerhalb des Spielfelds als Organisationstalent gefordert. Die Kommissarin aus dem Saarland muss Beruf und Sport unter einen Hut bekommen: "Zum Glück kann ich meine Dienste ein bisschen freier einteilen. So kann ich um die Spiele herumplanen."

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Volksfreund-Sportlerwahl 2016: FOTO: