Angus Hates Aliens

Retro rockt: Wenn Redneck Angus die Knarren auspackt, bleibt kein Pixel auf dem anderen. Warum Team Stendec aus Trier damit genau ins Schwarze trifft, verrät der Test.

Back In Time: Die meisten Zocker - besonders die etwas älteren Semester - erinnern sich wohl gerne zurück an die Zeiten von Super NES und Co. - 16-Bit-Grafik, simple Steuerung, einfaches Konzept und hoher Spielspaß. Genau in diese Kerbe schlagen die Entwickler "Team Stendec" aus Trier mit ihrem PS-Mini-Debüt-Titel "Angus Hates Aliens", das nun im Playstation Store für die PS 3, PS Vita und PSP für nur 6,- Euro verfügbar ist. Als Hommage an die alten Arcade-Klassiker trumpft auch dieses Spiel mit einer klischeehaften Story auf: Der namensgebende Titelheld Angus wacht in einer außerirdischen Forschungsstation auf. Mithilfe der Alienfrau Rinzess Paura gelingt ihm die Flucht. Was nun folgt, ist eine blutige Vendetta auf der Suche nach dem Oberhaupt der Invasoren - und das alles in feinster Pixel-Optik, die nostalgische Gefühle weckt. Auf dem kleinen Monitor der PS Vita macht das Spielchen eine richtig gute Figur: Genau so hätte man sich früher einen Titel auf dem SNES gewünscht. Nach einer minimalen Eingewöhnungsphase, in der die grundlegende Steuerung erklärt wird, legt der Ballerspaß einen Gang zu.

Die Bedienung der Schultertasten für einen Schuss nach rechts (R1) und einen Schuss nach links (L1) ist dabei erstaunlich einprägsam und geht locker von der Hand. Doch schnell wird klar: Hier sind nicht etwa nur Reaktionen gefragt, sondern auch taktisches Vorgehen. Zu Beginn gestaltet sich der Kampf gegen die Zombies - ja, Zombies! Aliens folgen erst später - recht simpel, wird alsbald jedoch zur fordernden Spaßübung.Es ist aber der Liebe zum Detail und den kleinen, frischen Ideen zu verdanken, dass "Angus Hates Aliens" nicht in der Masse an solchen Spielen verpufft. Sei es nun der klasse Vintage-Look mit jeder Menge versteckter Easter-Eggs für Sci-Fi-Fans, die Möglichkeit, die über ein Dutzend Waffen in verschiedenen Kategorien aufzurüsten, oder die taktische Herausforderung durch das auf neun Slots begrenzte Inventar - hier hat sich jemand sehr viele Gedanken um die Umsetzung gemacht.

Langeweile verkommt dadurch während der rund sechs Stunden Spielzeit zum Fremdwort. Hut ab vor dieser Leistung! Apropos Leistung: Die Entwickler von Team Stendec aus Trier, bestehend aus dem Spieleprofessor Prof. Dr. Christoph Lürig und dem Diplom-Designer Jörg Meyer, haben drei Jahre ihrer Freizeit geopfert, um den Titel zu kreieren. Die Mühen haben sich gelohnt. Neben der packenden Spielmechanik geht auch der Sound direkt ins Ohr: Elektronische Bassmusik trifft auf analoge Blueselemente. Für die musikalische Untermalung zeigt sich Myom (Marcus Haberkorn) verantwortlich. Eine runde Sache. Alles in allem können Besitzer einer Playstation-Konsole - persönlich empfehle ich die PS Vita - mit der Investition von 6,- Euro für diese PS-Mini-Perle nichts falsch machen: Steuerung und Spielspaß motivieren, die Grafik ist ein Retro-Genuss und Frustmomente wurden durch ein freies Speichersystem geschickt vermieden. Es ist erfrischend, zu sehen, dass Sony Indie-Teams eine Chance gibt, ihre Produkte zu vermarkten. Wenn dabei immer solche Genre-Meisterwerke herauskommen, sieht die Zukunft der PS Minis rosig aus.

Für: PS Vita, PS 3, PSP // Entwickler: Team Stendec // Publisher: Sony // Spieler: 1
Online: nein // USK: ab 16 Jahren // Internet: http://team-stendec.com