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7. August 1914: Es stand im Volksfreund vor 100 Jahren

7. August 1914: Es stand im Volksfreund vor 100 Jahren

Bei deer Festnahme eines vermeintlichen Spions wird ein Arbeiter verletzt. Diese und weitere Meldungen, die vor hundert Jahren im Trierischen Volksfreund standen, lesen Sie hier.

Am Freitag, den 7. August 1914, wendet sich der Volksfreund wieder in eigener Sache an seine Leser: "Alle Beilagen des 'Volksfreund', 'Germania', 'Scholle' und 'Illustriertes Sonntagsblatt' werden infolge der großen Lücke, die unser Personal durch die Einberufung zur Fahne bereits aufzuweisen hat und noch weiter erleiden wird, vorläufig nicht mehr erscheinen. Der in der Germania jüngst begonnene Roman wird im Hauptblatt zu Ende geführt."

Der noch junge Erste Weltkrieg dominiert auch die lokalen Meldungen. So ereignete sich ein Unfall, als "ein hiesiger Arbeiter […] gelegentlich der Festnahme eines angeblichen Spions in einen aufgeregten Volkshaufen geraten" war. Dabei wurde er verletzt, "trug eine schwere Augenverletzung davon und mußte ins Hospital überführt werden." Und: "Ein Veteran als Freiwilliger. Ein alter, 76jähriger Veteran, der schon den 70er Krieg durchfochten hat, meldete sich in Koblenz zum Eintritt ins Heer als Freiwilliger."

Derweil vermeldet der "Diözesanverband der kath. Jugendvereinigung in der Diözese Trier", dass "der Andrang seitens unserer jugendlichen Verbandsgenossen zu den Ernte-, bezw. Feldarbeiten ein ganz ungeheurer" sei. "Auch Gaymnasiasten und Präparanden melden sich in großer Zahl."

Im TV vom 7. Augustkommt ein Weinbau-Inspektor aus Saarburg zu Wort: "Auch unter den jetzigen, schwierigen Verhältnissen vernachlässige man unsere Weinberge, die gegenwärtig einen günstigen Stand aufweisen, nicht und nehme alle Arbeiten, vornehmlich die Bekämpfungsarbeiten der pflanzlichen und tierischen Rebenparasiten, die auch von Frauen und Mädchen gemacht werden können, vor." Gegenwärtig trete der Oidium-Pilz auf, "letzteres kann durch leichte Schwefelung bekämpft werden", ist weiter zu lesen. mc Mehr Nachrichten auf volksfreund.de/wk1

Erst wenige Tage alt ist der Krieg, doch schon sind erste Anzeigen im Zusammenhang mit Verwundeten zu lesen: "Wie uns mitgeteilt wurde, hat die Weinguthandlung Fritz Orth hier, Roonstraße 8, beim Verein des Roten Kreuz 3000 halbe Flaschen 1910er Brauneberger für unsere verwundeten Krieger zur Verfügung gestellt." Zudem wird Auskunft über Lebensversicherungen gegeben. "Herr Generalagent T. Weber, Böhmerstraße 10, erteilt erteilt den ins Feld ziehenden Truppen und deren Angehörigen kostenlos Auskunft über die Versicherungsbedingungen, die bei fast allen Gesellschaften im Falle eines Krieges Aenderungen unterworfen sind."

Um Getränke dreht es sich auch in einer weiteren Meldung: Bier gebe es nur, wenn die Käufer auch die leeren Kästen zurückbingen, meldet die Caspary-Brauerei: "Wir bitten unsere verehrt. Kundschaft, beim Abholen von Bier in der Brauerei die leeren Fässer und Flaschen zurückzuliefern. Ohne Rücklieferung leerer Gebinde ist die Abgabe gefüllter Gebinde nicht mehr möglich. Brauerei A. Caspary Trier."

Auch Fleisch gibt es in diesen Tagen wieder: "Der Fleischverkauf im städtischen Schlachthof wird weiter fortgesetzt, und zwar morgens von 8-10 Uhr."

In der Abendausgabe wird noch speziell für Frauen und Mädchen in einer Anzeige geworben: "Wichtig für junge Mädchen und Damen! Unterricht im Schönschreiben erteilt Frau Bertha Riecken, früher mehrere Jahre Lehrerin an der Handelsschule." Und auch Arbeitsgesuche sind zu finden: "Junge, durchaus zuv. Mann, 35 Jahre als, Militär-Inv., sucht leichtere Beschäftigung" lautet die eine. Die andere: "Fräulein, in allen zweigen des Hush. erfahren, wünscht Vertrauensstellung irgend welcher Art."