Auf den Spuren der Profis

Auf den Spuren der Profis

DAUN/HILLESHEIM/TRIER. Tätärätäää und Tusch! Der Trierische Volksfreund hat die beste Schülerzeitung in der Region gesucht und gefunden: "Der Klecks" vom Thomas-Morus-Gymnasium Daun hat das Rennen gemacht. Zweiter wurde "Der Specht" der Augustiner-Realschule Hillesheim und auf Platz drei landete der "Paulin-Express" der Trierer Grundschule St. Paulin.

"Sehr professionell", "mit interessanten Themen", "eine richtig runde Sache" - Das Loblied der Jury auf die Sieger des TV-Schülerzeitungs-Wettbewerbs mag kaum enden. "Der Klecks", die Schülerzeitung des Thomas-Morus-Gymnasiums Daun, hat sich gegen die Konkurrenten durchgesetzt. Überzeugt habe vor allem das Know-How der Schüler, heißt es aus Jury-Kreisen. Kein Wunder, ist die Schülerzeitung doch ähnlich aufgebaut wie eine Tageszeitung. Es gibt zwei Chefredakteure mit einem Stellvertreter, 15 Redakteure, die mindestens bereits ein Jahr lang zum Team gehören, rund zehn Mitarbeiter und viele Experten, die sich auf die Bereiche Finanzen, Werbung, Technik und Zeichnungen konzentrieren. "Wir fördern die Stärken jedes Einzelnen und bringen sie optimal zusammen", erzählt der betreuende Lehrer Reinhold Heinz-Hachgenei, der zusammen mit Ralf Säuberlich die Redaktion betreut. Offenbar geht die Rechnung auf - auch was die Themen in der aktuellen Ausgabe zum 40-jährigen Bestehen der Schülerzeitung angeht. "Ähnlich wie beim TV greifen die Jungredakteure große Themen auf und brechen sie auf ihre Schule oder ihre Umgebung herunter", lobt Jury-Mitglied Anke Krüger die Arbeit des Kleckses. Die Ideen für ihre Ausgaben sammeln die Siebtklässler bis Oberstufler bei gemeinsamen Sitzungen zwei Mal im Jahr, kurz vor den Sommer- und Winterferien. Für die Feinarbeit treffen sie sich sogar ein ganzes Wochenende lang in einem Haus in Lutzerath. Dabei haben sie eines immer fest im Hinterkopf: "Wir haben den Anspruch, das Projekt weiterzuentwickeln", erzählt Chefredakteur Martin Klein. Sie ruhen sich also nicht aus, obwohl das Kissen der zahlreichen Preise, die sie bei verschiedenen Wettbewerben errungen haben, gemütlich dick wäre. Sie können bereits mehrere Erfolge auf Bundesebene verzeichnen. Das ist ein gutes Pfund, mit dem man bei Anzeigenkunden wuchern könnte, sollte man meinen. Doch: "Es wird immer schwieriger, Leute zu finden, die bei uns inserieren wollen", sagt Michael Michels (achte Klasse), einer von drei Werbe-Beauftragten. Nun hofft er, dank des TV-Preises neue Kunden finden zu können. Auf die Frage, ob denn der Erfolg mit der Schülerzeitung auch Anreiz sein könnte, später beruflich in Richtung Journalismus zu streben, ist die Reaktion eher verhalten. Chefredakteur Jürgen Klöckner hat bereits ein Praktikum bei einer Tageszeitung hinter sich. "Aber ob es Zeitungsjournalismus werden muss, weiß ich noch nicht", sagt er. Ähnlich ist die Reaktion auch bei Martina Müller (15), der Chefredakteurin des zweitplatzierten Spechts, der Schülerzeitung der Augustiner-Realschule Hillesheim: "Ich möchte später Industriekauffrau werden." Aber so ganz fallen lassen will sie den Journalismus dennoch nicht: "Vielleicht mache ich dann als freie Mitarbeiterin nebenbei noch etwas." Denn die Arbeit in der Specht-Redaktion macht ihr besonderen Spaß. Umso mehr freut sie sich nun über die gute Platzierung. Wenig überrascht zeigte sich dagegen der betreuende Lehrer und Realschul-Rektor Peter Steffgen: "Wir sind da etwas verwöhnt. Diese Auszeichnung dürfte etwa die 20. für uns sein." Und während die 13-köpfige Redaktion (besetzt mit nur einem Jungen) noch überlegt, wie sie das Preisgeld in Höhe von 200 Euro einsetzen kann, arbeiten die 12- bis 16-Jährigen bereits an der neuen Ausgabe: "Übergeordnetes Thema sollen Behinderte sein. Wir werden zum Beispiel testen, wie ein Behinderter in Hillesheim zurechtkommt", verrät Steffgen. Um Witze, Rätsel und sehr viel Wissenswertes dreht es sich dagegen in dem "Paulin-Express" der Grundschule St. Paulin Trier. Mit sehr viel Herzblut und Kreativität stellten 16 Kinder mit Hilfe von Lehrerin Mirjam Schilling die jüngste Ausgabe auf die Beine. "Soviel Engagement muss belohnt werden", begründet Jury-Mitglied Anke Krüger den dritten Platz der Grundschüler. "Wir haben uns sehr über den Preis gefreut", sagt Redakteur Erik Schmidt-Meinecke (9). Die Mühe habe sich gelohnt. Und der TV-Wettbewerb war erst der Anfang. Die Ausgaben der drei siegreichen Schülerzeitungen werden derzeit, zusammen mit weiteren Schülerzeitungen aus Rheinland-Pfalz, im Mainzer Bildungsministerium begutachtet. Die Besten des Landes nehmen dann in Berlin am Bundeswettbewerb der Schülerzeitungen teil. Und vielleicht heißt es auch dort wieder "Tätärätäää und Tusch!" für Klecks, Specht oder Paulin-Express.