Auf der Suche nach ruhigem Fahrwasser

Das nacholympische Jahr hat für die Ruderer Jost und Matthias Schömann-Finck unruhig begonnen. Ihr Zweier-Trainer Diethelm Maxrath geht nach Japan und die Brüder suchen einen Nachfolger.

Sabaudia. (teu) Rudern, Essen, Schlafen - sonst nichts. Im italienischen Sabaudia bereitet sich die deutsche Ruder-Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschafts-Saison vor. Mit dabei sind auch die aus Zeltingen-Rachtig stammenden Jost und Matthias Schömann-Finck.

Am liebsten hätten sich die Brüder schon in den vergangenen Monaten in aller Ruhe vorbereitet. Doch daraus wurde nichts: Erst übten sie öffentlich Kritik an der Leistungssportabteilung des Mainzer Rudervereins (MRV). Matthias Schömann-Finck ist MRV-Mitglied, sein jüngerer Bruder (RG Treis-Karden) nicht. Der 26-Jährige wurde postwendend mit einem Trainingsverbot beim MRV belegt. Als sich die durch die Athletenkritik ausgelösten Wogen glätteten, folgte der nächste Schock: Trainer Diethelm Maxrath geht am 1. April als Nationaltrainer nach Japan.

"Unsere große Stütze in Mainz fällt damit weg", sagt Matthias Schömann-Finck. Dabei möchte sich der 30-Jährige unbedingt den Traum Olympische Spiele in London erfüllen. Dafür hat er sogar seinen Job gekündigt. "Das Ziel ist ganz klar, 2012 in London um eine Medaille mitzurudern", gibt Jost Schömann-Finck die Schlagzahl für die kommenden dreieinhalb Jahre vor. Auch der gelernte Bootsbauer, der zurzeit als Betreuer der Ruder-AG am Münstermaifelder Gymnasium arbeitet, möchte sich beruflich umorientieren und strebt eine Ausbildung zum Lokführer an. "Das ist ein Kindheitstraum", sagt er. In Sachen Trainer deutet viel darauf hin, dass sich die Schömann-Finck-Brüder Richtung Saarbrücken orientieren. Dort betreut Uwe Bender die Zwillinge Martin und Jochen Kühner, die in Peking zusammen mit Jost Schömann-Finck und dem Hamburger Bastian Seibt im Leichtgewichts-Vierer nur krankheitsbedingt ausschieden. In Sabaudia werde man entsprechende Gespräche führen, sagt Jost Schömann-Finck. Im Trainingslager wird also noch mehr gemacht als gerudert, gegessen und geschlafen.

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