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Badminton und noch sehr viel mehr

Badminton und noch sehr viel mehr

TRIER. Hinter dem Kürzel "ETuS" verbirgt sich der "Eisenbahner Turn- und Sportverein" Trier, der 1926 in einer Zeit gegründet wurde, da die Eisenbahn eine viel wichtigere Rolle in Trier spielte als dies heute der Fall ist. Nichtsdestotrotz: Der fitte 80-Jährige bietet seinen Mitgliedern etliche Sportarten. Sogar eine "Auswärts"-Abteilung existiert in Kordel.

Die Feierlichkeiten zum 80-jährigen Vereinsbestehen im Sommer sind längst verflogen, und mittlerweile ist wieder der (Sport-)Alltag eingekehrt im Eisenbahner Turn- und Sportverein (ETuS). Weniger ums Feiern (bei passenden Gelegenheiten natürlich schon) als mehr um den Sport geht es in der mittlerweile 80-jährigen Geschichte des ETuS. Schöne, interessante und spannende Jahre gab es für den Verein und seine zahlreichen Mitglieder in der langen Geschichte. Bis in die 80-er Jahre war der ETuS mit über 1200 Mitgliedern der zweitgrößte Verein in Trier. Alle gängigen Sportarten - einschließlich Schwimmen und Radsport - gehörten zum Angebot. Dann gab es für den Verein einen tiefen Einschnitt: Nicht zuletzt die Privatisierung der Eisenbahn in die Deutsche Bahn AG und die damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen für die Präsenz der neuen Bahn in Trier blieben letztlich nicht ohne Folgen bei dem der Bahn angegliederten Sportverein. Hallen und Sportplätze fielen weg

Teilweise kam es knüppeldick für den ETuS, etwa durch die Schließung der Ausbesserungshalle in Trier-West oder später den Wegfall von Tennisplätzen und den liebgewonnenen eigenen Sportplatz. Die Folge: Die unterschiedlichen Sportarten mussten auf andere Sportstätten in der Stadt verteilt werden. Erst 1966 war der Sportplatz an der Eurener Straße fertiggestellt und feierlich eingeweiht worden. Ein Großprojekt in der Blütezeit des Vereins folgte 1973 mit der Errichtung der nach dem damaligen Präsidenten der Bundesbahndirektion Saarbrücken, Karl Röver, benannten Halle. Dieser habe einen nicht unerheblichen Anteil an dem Zustandekommen des Projekts gehabt, erinnern sich Vereinsmitglieder, die diese Hochphase in der Vereinsgeschichte hautnah miterlebt haben. Sportstätten weg - Mitglieder weg. Ganz so dramatisch kam es nicht für den ETuS. Auch blieb der von vielen befürchtete Exitus des Vereins aus. Allerdings: Mit etwas mehr als 300 Mitgliedern hat der Verein die Stärke und Größe seiner besten Jahre nicht wieder erreichen können. Es fehlen die Frauen und Männer mit einer persönlichen Bahn-Biografie. Für diese Bahn-Beschäftigten wäre es, wie die jahrzehntelange Praxis unter Beweis stellte, eine Selbstverständlichkeit, Mitglied im ETuS zu sein. Zum heutigen Vereins-Angebot gehören Basketball, Wirbelsäulengymnastik, Turnen Zweiter Weg und Senioren, Dart und Badminton. Letzteres nachfragestarkes Angebot besteht seit 15 Jahren und erfreut sich gleichbleibend großer Beliebtheit. Spezifische Besonderheit des Trierer Traditions-Vereins: Eine Außenabteilung wird in Kordel unterhalten mit einem ebenfalls attraktiven Angebot aus Volleyball, Judo, Kinderturnen, Frauengymnastik und Aerobic. Karl-Heinz Sausen leitet als Erster Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Mit Gabriele Marzi als Stellvertreterin gehört eine Frau zur Vereinsspitze. Der Verein habe sich trotz schwieriger Situationen verhältnismäßig schnell stabilisiert, konstatiert Karl-Heinz Sausen. Durch die vielen treuen Mitglieder könne man weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken.