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Beim gemeinsamen Spiel den Akku wieder aufladen

Beim gemeinsamen Spiel den Akku wieder aufladen

BITBURG/PRÜM/DAUN. (ae) Seit 1991 gibt es Eltern-Kind-Gruppen in der Region Westeifel. Derzeit nehmen etwa 600 Familien das Angebot zur regelmäßigen Begegnung wahr. In 60 Gruppen, die sich wöchentlich treffen, erhalten sie Anregungen für die Gestaltung des Zusammenlebens.

"Schöne und stärkende Erfahrungen sind gerade in den ersten Lebensjahren für Kinder und Eltern sehr wichtig", sagt Ursula Schaffer, die Fachbereichsleiterin im Eltern-Kind-Programm der Katholischen Familienbildungsstätte Bitburg und der Katholischen Erwachsenenbildung Westeifel. "Eltern, gerade auch wenn sie beruflich beansprucht sind, sollten sich die wöchentlich eineinhalb Stunden intensiver Gemeinsamkeit mit ihrem Kind gönnen, um ihren Akku wieder aufzuladen."Reger Austausch mit anderen Teilnehmern

Geschulte Gruppenleiterinnen gestalten für Kinder vom Baby- bis zum Kindergartenalter und ihre Begleitpersonen ein umfangreiches Programm. "Dabei stehen Spaß und Freude am gemeinsamen Spiel im Vordergrund. Daneben sollen Eltern in ihrer Kompetenz gestärkt werden, indem sie Rat in Erziehungsfragen bekommen und sich untereinander austauschen können. Die Kinder machen Erfahrungen im Umgang mit Gleichaltrigen und schulen spielerisch ihre Sinne", erzählt Ursula Schaffer. Das Angebot reicht vom ersten Kontakt mit Farbe über das Singen von Liedern bis hin zu interessanten Bewegungsspielen. "Dabei schauen wir immer erst, wie weit die einzelnen Kinder schon sind und überlegen dann, welches Angebot passt", berichtet Gruppenleiterin Petra Schneider. "Wichtig ist uns, mit einfachen Mitteln zu arbeiten. Die Eltern sollen die Anregungen auch zu Hause umsetzen können. Deshalb bauen wir beispielsweise Spiellandschaften aus überall vorhandenen Dingen auf und machen Spiele, für die man nichts zu kaufen braucht." Fingerspiele wie "Himpelchen und Pimpelchen" stehen bei den kleinen Gruppenteilnehmern hoch im Kurs. Sie werden gerne in das Anfangs- und Endritual einer Gruppenstunde eingebaut, damit die Kinder wieder erkennbare Anhaltspunkte für den Ablauf des Treffens haben. Alwine Atzorn nimmt bereits mit ihrem zweiten Kind Anna-Lena an einer solchen Gruppe teil: "Wir haben jede Menge Spaß. Das Angebot ist sehr vielseitig. Da wird gebastelt, gemalt, die Motorik angeregt und gesungen. Besonders toll fand ich die Waldgruppe." Diese seit 2001 bestehenden Gruppen treffen sich das ganze Jahr über ausschließlich im Wald und regen die Kinder zu Bewegung und sinnlicher Erfahrung in der Natur an. Geplant ist, sie flächendeckend einzuführen. In 39 Orten der Westeifel gibt es Außengruppen, die sich in Bürgerhäusern oder Pfarrheimen treffen. Sie leisten mit ihrer Arbeit, die oft auch die Gestaltung von Krabbelgottesdiensten oder die Organisation von Basaren umfasst, einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben ihrer Gemeinde. Die Teilnahme an den Gruppen ist mit 28 Euro pro Familie und für zehn Termine erschwinglich. Jeder Kurs wird von zwei Elternabenden begleitet, die Rat in Erziehungsfragen bieten. Wer darüber hinaus etwas länger dem Alltag entfliehen möchte, kann an günstigen Familien-Wochenenden in der Region teilnehmen.Gruppenleiterinnen immer gesucht

"Damit wir unser umfassendes Angebot aufrecht erhalten und ausbauen können, benötigen wir immer wieder neue Gruppenleiterinnen", sagt Ursula Schaffer. Ein Lehrgang ist für das Frühjahr 2004 geplant. "Wir suchen Menschen, die gerne selbst aktiv werden wollen und Interesse an Fortbildung haben." Wer sich für das Eltern-Kind-Programm interessiert oder sich zur Gruppenleiterin ausbilden lassen möchte, kann sich unter Telefon 06561/5778 oder E-Mail Schaffer-Bitburg@t-online.de informieren.