Besuch vom Bischof

Besuch vom Bischof

WITTLICH. Zwischenstopp auf seiner Reise nach Rom: Der Bischof aus Byumba in Ruanda besuchte die Ruanda AG des Peter-Wust-Gymnasiums in Wittlich.

Die jetzige Ruanda AG des PWG trifft sich schon seit Ostern 2003 regelmäßig, wobei der Kern der Gruppe aus acht bis zehn Schülern besteht. Sie wollen sich mit ihrem Engagement für Ruanda, den afrikanischen Partnerstaat des Landes Rheinland-Pfalz, einsetzen. Die Liste derer, die sich an den Projekten beteiligen sei aber weitaus länger als die eigentliche Kerngruppe, fügt Maria Wagner-Feller, die die AG begleitende Lehrerin am PWG, hinzu. Sie und vier Mitglieder der Gruppe hatten sich unlängst mit dem Bischof Sevilien Nzakamvita aus Byumba in Ruanda getroffen. Als Übersetzer fungierte Gottfried Nyssen, der sich schon seit Jahren für Ruanda einsetzt. Dem Kirchenmann übergaben die Schüler einen Scheck in Höhe von 6937 Euro. Diesen Betrag hatte die ganze Schule am 15. Juli mit ihrer Beteiligung an der landesweiten Aktion "Tagwerk" erarbeitet. Doch wie sieht das Leben in Ruanda eigentlich aus? Antworten auf diese Frage bekommen die PWG-Schüler derzeit aus erster Hand. Im Moment befinden sich zwei Ehemalige des Gymnasiums in einem Kloster in Ruanda und berichten regelmäßig von ihren Erlebnissen. Ihre Aussage "Die Kinder hier laufen nur in zerfetzten Schuhen herum" hat viele Schüler betroffen gemacht. Beim Besuch des Bischofs fragte deshalb auch Schülersprecherin Kristina Klaß, ob nicht die Möglichkeit einer Partnerschaft zwischen einer Schule in Ruanda und dem PWG bestehe. Ein konkrete Antwort konnte Nzakamvita zwar nicht geben, aber er betonte: "Brücken bauen ist sehr wichtig". Dem Bischof, der auf seinem Weg nach Rom zu einem Besuch des Papstes an der Mosel Station gemacht hatte, hat es sehr gut in Deutschland gefallen. Er könne nur nicht verstehen, warum nicht alle Deutschen freiwillig französisch lernen würden, wenn sie schon kostenfrei die Möglichkeit dazu hätten. In Ruanda müsse jeder Schüler ab dem siebten Schuljahr zirka 200 Euro Schulgeld bezahlen, was ungefähr zwei Dritteln des Jahresgehalts eines Arbeiters dort entspreche. Er selber habe den kostenlosen Weg der Bildung durch die Kirche gewählt und sei dann 1996, nachdem sein Vorgänger erschossen wurde, Bischof geworden. 45 Prozent der Bevölkerung seien Christen und jeder würde am Sonntag in die Kirche gehen. Wagner-Feller und die Ruanda AG zogen nach dem Besuch ein positives Fazit. Sie hätten neue Kontakte knüpfen können und Anregungen erhalten, um weitere Projekte in Gang zu setzen. Spenden für die Ruanda-Hilfe an: Volksbank Trier BLZ: 58560103 Konto-Nummer: 100856 5.