Buddha nicht weit von Marx

Sie ist klein, aber dafür recht aktiv, die "Buddhistische Gruppe der Karma Kagyü Linie e.V." in Trier. In der Karl-Marx-Straße 40 unterhält die Gemeinschaft ihr Domizil, wo regelmäßig Meditationen stattfinden. Interessierte sind jederzeit willkommen.

Trier. (LH) "Einziger Sinn einer jeden buddhistischen Übung ist es, den Geist als frisch und mühelos zu erleben", lautet eines von vielen Zitaten von Lama Ole Nydahl, dem spirituellen Leiter des Buddhistischen Zentrums Trier. Hinter dem Begriff Zentrum darf man nicht etwa gleich mehrere hundert Glaubensschwestern oder -brüder vermuten. So groß ist die "Buddhistische Gruppe der Karma Kagyü Linie" Trier, so ihr offizieller Name, nicht. Dennoch: Der Anfang ist längst gemacht. Spätestens seit April 2006, als Lama Ole Nydahl, der vorige Woche zu Gast bei Nina Ruge im ZDF war, das Trierer Domizil in der Karl-Marx-Straße 40 eingeweiht hat. So groß wie heute war die Trierer Gruppe noch nie, obgleich sich schon vor 20 Jahren erste Aktivitäten auftaten. Doch dann wurde es auf einmal ruhiger um den damals noch losen Zusammenschluss. Beim Neubeginn 2002 sei man zu dritt gewesen. Brigitte Schmidt (50) freut sich, dass in relativ kurzer Zeit aus dem Gründertrio eine Gruppe von immerhin rund 30 Mitgliedern geworden ist. Der Trierer Zusammenschluss hat den Status als eingetragener und gemeinnütziger Verein erlangt, berichtet Brigitte Schmidt und ergänzt: "Wir fühlen uns sehr wohl hier." Schwierigkeiten bei der Anmietung habe es auch keine gegeben, "ein gutes Zeichen" für Trier. Unter den vielen weltweiten buddhistischen Richtungen hat sich die Trierer Gruppe für den "Diamantweg" entschieden. Ihr Merkmal: Den Frauen und Männern wird starkes Vertrauen in die eigene Buddha-Natur nachgesagt. In der Erfahrungsreligion Buddhismus gebe es keine Dogmen und sie erlaube, alles infrage zu stellen, erläutert Brigitte Schmidt. Vieles dreht sich um Meditation. Und Meditation bedeute "müheloses Verweilen in dem, was ist", ergänzt Horst Schmidt (52). Meditieren könne jeder. Zu den dreimal stattfindenden wöchentlichen Treffen sei jeder willkommen: "Wer kommt, ist da, wer bleibt, kann Zuflucht nehmen", so einfach ist das für Horst Schmidt. Verkomplizieren wolle man nichts. Mönche in den bekannten orangefarbenen Gewändern sucht man vergebens bei den Treffen. Brigitte Schmidt weist darauf hin, dass alle Laien seien. Außerdem bevorzuge man im Äußerlichen eher eine europäische Form des Buddhismus und weniger die traditionelle asiatische. Für Nicht-Asiaten sei diese zudem praktikabler. Räucherstäbchen werden ebenfalls keine angezündet. Brigitte Schmidt: "Nach der Meditation sitzen wir höchstens zu ein paar Keksen zusammen." Und das entspreche wohl nicht dem traditionellen Bild. Die Altersstruktur der Mitglieder (Verhältnis 2:1 zugunsten der Männer) reiche von 20 bis 60 Jahre, das Einzugsgebiet 30 Kilometer um Trier. Die unterschiedlichsten Berufe seien bei den Mitgliedern vertreten, Akademiker bildeten jedoch einen Schwerpunkt. Wer nur das Oberflächliche in und für sich sucht, sei jedoch fehl am Platz. Freundschaft und Idealismus seien zwei große, tragende Säulen. "Buddhismus bedeutet, sich selbst zu verändern, negative Eigenschaften abzulegen und positive anzueignen", erklärt Brigitte Schmidt Einmal im Jahr veranstaltet die Buddhistische Meditationsgruppe einen öffentlichen Vortrag. Dieser findet am Samstag, 1. September, 20 Uhr, im Café-Restaurant "Zur Steipe" am Hauptmarkt statt. Karola Schneider-Waldner (Allgäu) spricht zu "Buddhismus im Westen". Der Eintritt kostet fünf Euro.Infos zur Buddhistischen Gruppe der Karma Kagyü Linie in der Karl-Marx-Straße 40 gibt es im Internet unter www.buddhismustrier.de,. Auch telefonisch sind die Buddhisten unter 0170/3012118. erreichbar.Die regelmäßigen Meditations-Treffen finden immer dienstags um 20 Uhr und sonntags um 18 Uhr statt.

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