Damit Mama wieder arbeiten kann

Damit Mama wieder arbeiten kann

Der Nachwuchs ist noch zu klein für den Kindergarten, auf der Warteliste für einen Krippenplatz ist der nächste Eintrag erst bei Nummer 175 möglich, und Oma und Opa haben anderes vor: Nach einer Bertelsmann-Studie von April 2007 ist in Deutschland jede zweite Mutter von Kindern unter zwölf Jahren nicht erwerbstätig, aber nur jede 16. möchte das auch so. Häufig scheitert der Plan, ins Berufsleben zurückzukehren, an einer fehelnden Kinderbetreuung.

Trier/Bitburg/Wittlich. Eine Tagespflegeperson kann eine Lösung für Mütter sein, die ins Berufsleben zurückkehren möchten, deren Kinder aber noch zu klein für den Kindergarten sind und die keinen Platz in einer Krippe finden. In dieser Situation helfen eine Tagesmutter oder Kinderfrau. Eine Tagesmutter betreut als selbstständige Unternehmerin meist mehrere Kinder in ihren eigenen Räumen. Die Kinderfrau dagegen kommt zu ihrem Schützling nach Hause und muss von den Eltern mindestens als Mini-Jobberin angestellt werden. Die Tagesmutter hat den Vorteil, dass sie günstiger ist und den Kontakt zu anderen Kindern gewährleistet, was gerade Eltern von Einzelkindern schätzen. Ein Nachteil kann sein, dass Tagesmütter nicht so flexibel sind, da sie auf mehrere Personen Rücksicht nehmen müssen. Sie können ihre Schützlinge daher nur schwer irgendwohin begleiten, beispielsweise, wenn ein Arztbesuch ansteht. Oftmals bieten sie ihre Dienste auch zu beschränkteren Zeiten als die Kinderfrauen an.Erste Ansprechpartner auf der Suche nach einer Tagesmutter sind die örtlichen Jugendämter. Denn die Kindertagespflege ist Sache der Kommunen. Entweder qualifizieren und vermitteln die Ämter selbst ihre Tagesmütter oder sie verweisen die Eltern an freie Träger der Jugendhilfe.Für Tagesmütter und -väter gilt seit Januar 2006, dass sie sich qualifizieren müssen. Und wer mehr als 15 Stunden pro Woche über drei Monate hinweg fremde Kinder betreut, braucht die Pflege-Erlaubnis des Jugendamts. Voraussetzung dafür ist, dass geeignete Räume zur Verfügung stehen, die Pflegeperson ein makelloses Führungs-Zeugnis besitzt und an entsprechenden Schulungen teilgenommen hat. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass eine Tagesmutter bis zu drei Kinder betreuen darf und bis zu fünf, wenn sie besondere Anforderungen erfüllt.Nach Angaben des Statistischen Landesamts haben in Rheinland-Pfalz von 102 000 Kindern unter drei Jahren 1762 Kinder eine Tagesmutter. Die Betreuungs-Angebote reichen nicht aus. Das Bildungsministerium gibt an, dass die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren in den vergangenen zwei Jahren von 6,2 Prozent auf fast 13 Prozent gestiegen sei. Laut Statistischem Landesamt haben im vorigen Jahr in Rheinland-Pfalz rund neun Prozent der unter Dreijährigen eine öffentlich geförderte Kindertages-Einrichtung besucht.Ab 2010 stellt die Landesregierung einen Anspruch auf einen kostenfreien Betreuungsplatz für Zweijährige in Aussicht. Bislang müssen Eltern für die Betreuung der unter Dreijährigen noch tief in die Tasche greifen. So kostet ein Krippenplatz für ein Kind aus einem Vier-Personen-Haushalt, in dem das Familieneinkommen über 3050 Euro liegt, 218 Euro pro Monat für maximal fünf Stunden Betreuung am Tag. Ein Ganztagesplatz liegt bei 356 Euro. Die Kosten für das Mittagessen kommen noch hinzu.