Darmkrebs ist kein Todesurteil

Darmkrebs ist kein Todesurteil

TRIER. (ph) Über "Bösartige Magen-Darm-Erkrankungen" haben am Donnerstagabend vier Experten an den Telefonen des TV informiert. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten der Aktion, die der TV zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Trier veranstaltet hat.

Können sich hinter Beschwerden wie Sodbrennen oder Durchfall bösartige Erkrankungen verstecken? Dr. Claudia Weber-Multhaupt, Ärztin für Allgemeinmedizin in Trier: "Derartige Beschwerden können viele Ursachen haben: Falsche Ernährung, Stress, Infekte, so genannte Reizdarm-Syndrome, aber eben auch Darmtumore." Bei welchen Beschwerden sollte man unbedingt zum Arzt gehen? Dr. Weber-Multhaupt: "Warnsymptome sind Stuhl-Unregelmäßigkeiten, Blut im Stuhl oder Gewichtsabnahme. In diesen Fällen sollte man sich untersuchen lassen." Dr. Heinz Kirchen, Oberarzt der I. Medizinischen Abteilung, Arzt für Innere Medizin und Internistische Onkologie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier: "Gerade Blut im Stuhl ist ein Alarmzeichen, bei dem der ganze Darm mit einer Darmspiegelung, der Koloskopie, untersucht werden muss. Man sollte sich da nicht mit der Diagnose ‚Hämorrhoiden‘ trösten." Ist eine Darmspiegelung gefährlich? Dr. Werner Kraus, Oberarzt Gastroentherologie des St. Elisabeth-Krankenhauses in Wittlich: "Gefährlich eigentlich nicht, aber sie kann unangenehm sein, wenn der Darm sehr verschlungen ist. Allerdings kann eine Darmspiegelung auch sehr schnell gehen. Der Patient bekommt vor der Untersuchung fast immer eine Beruhigungsspritze, so dass er kaum etwas mitbekommt." Dr. Kirchen: "Bei der Darmspiegelung besteht ein sehr kleines Risiko einer Darmverletzung. Infektionen sind so gut wie ausgeschlossen, wenn die Geräte richtig gereinigt werden." Wie groß ist die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken? Dr. Weber-Multhaupt: "Darmkrebs ist in Deutschland mit etwa 50 000 Todesfällen pro Jahr bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebsart. Das Risiko, einen Darmtumor zu bekommen, steigt ab dem 50. Lebensjahr stark an. Deshalb sollte sich jeder ab dem 55. Lebensjahr einer Vorsorge-Darmspiegelung unterziehen, die seit Anfang diesen Jahres von den Kassen bezahlt wird." Welche Ursachen hat Darmkrebs? Dr. Diedrich Schlenkhoff, Chefarzt der Chirurgischen Abteilung des Clemens-August-Krankenhauses in Bitburg: "Darmkrebs entsteht immer aus Polypen, die sich etwa bei falscher Ernährung bilden können. Auch das Rauchen ist ein Risikofaktor. Zudem kann Darmkrebs vererbt werden." Dr. Heinz Kirchen: "Darmkrebs ist eine Zivilisationskrankheit. Deshalb sollte man auf eine fettarme und ballaststoffreiche Ernährung achten - Darmkrebs kann man verhindern." Kann man den gefährlichen Darmkrebs heilen? Dr. Kirchen: "Polypen werden in der Regel schon bei der Darmspiegelung entfernt. Tumore kann man mit Operationen, Bestrahlung oder einer Chemotherapie bekämpfen. Darmkrebs ist keine unheilbare Krankheit." Dr. Schlenkhoff: "Im frühen Stadium des Darmkrebses beträgt die Heilungschance nach einer Operation 90 Prozent. Deshalb sind die Vorsorge-Untersuchungen so wichtig." Muss man nach einer Operation mit einem künstlichen Darmausgang leben? Dr. Schlenkhoff: "Ein dauerhafter künstlicher Darmausgang, die Stoma, wird heute nur noch in Ausnahmefällen gelegt. Beim Stand der heutigen Technik kann die Stoma nach ein bis drei Monaten meist wieder weggenommen werden."