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Das Jahr des Gedenkens: Wie der Erste Weltkrieg in der Region begann

Das Jahr des Gedenkens: Wie der Erste Weltkrieg in der Region begann

Der Erste Weltkrieg begann im August 1914 – vor 100 Jahren. Von Trier und der Eifel aus marschierten die deutschen Soldaten in Luxemburg, Belgien und Frankreich ein. Der TV wird in den nächsten Wochen in einer Serie an die Ereignisse von damals erinnern.

Begonnen haben die ersten Kriegshandlungen in der Region. Von Trier aus, damals eine bedeutende Garnisonsstadt, starteten Kolonnen von deutschen Soldaten per Zug Richtung Luxemburg und besetzten das damals neutrale Großherzogtum. Trier wurde zum Drehkreuz des Frankreichfeldzugs der deutschen Soldaten. Aufgrund der Frontnähe war die Stadt jedoch auch bereits ab 1915 Ziel von Fliegerangriffen. Als Vergeltung für deutsches Bombardement in Frankreich. Bis Kriegsende 1918 soll es 142-mal Fliegeralarm in Trier gegeben haben. Kaiserthermen, Dom und Liebfrauenkirche wurden teilweise zerstört, 19 Menschen starben. Auch Oberemmel bei Konz, Speicher oder Ehrang wurden von französischen Flugzeugen angegriffen. Über die Eisenbahnlinien in der Eifel wurde der Nachschub für die deutschen Truppen gesichert. Auch nach Belgien, etwa Eupen und Malmedy, die damals zum Deutschen Reich gehörten, marschierten die Deutschen und richteten ein Massaker an der Zivilbevölkerung an. 6000 Menschen starben innerhalb von vier Wochen.

Matthias Krell von der Landeszentrale für politische Bildung spricht im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg von der "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts". Der Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs sei eine "sehr gute Gelegenheit", die freundschaftlichen Beziehungen mit den angrenzenden Ländern zu bekräftigen. Im September lädt Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu einer zentralen Gedenkfeier auch Vertreter der Großregion ein. Auch in der Region wird es Veranstaltungen geben, in Trier planen etwa das Theater gemeinsam mit der Uni und auch das Stadtmuseum Projekte. In Wittlich sind für Herbst Veranstaltungen geplant.

Der Trierische Volksfreund wird in den kommenden Wochen regelmäßig über die Auswirkungen des Weltkrieges auch auf die Region berichten. Historiker, Heimatforscher und Angehörige von Zeitzeugen werden zu Wort kommen. Auch das Kriegsgeschehen in einzelnen Orten der Region, das Leben der Bevölkerung während des Krieges dort wird in verschiedenen Beiträgen aufgegriffen. Dazu suchen wir Zeitzeugnisse: ein besticktes Taschentuch von der Front, einen Orden des Großvaters, Briefe, Fotos und ähnliche Dinge. Anhand solcher Devotionalien aus der Zeit vor 100 Jahren wollen wir Geschichte erklären und Geschichten erzählen.

Mehr zum Ersten Weltkrieg finden Sie in unserem Special .