Das Leben wird immer teurer

Das Leben wird immer teurer

BERNKASTEL-WITTLICH. Spätestens seit der Einführung des Euros kann niemand mehr das Gegenteil behaupten: Das Leben ist verdammt teuer geworden! Gerade viele Jugendliche, die abends gerne weggehen, sind oft knapp bei Kasse. Wenn es dann von den Eltern keine Taschengelderhöhung mehr gibt, hat man nur noch eine Chance, sich einen Nebenjob zu suchen.

Das ist jedoch nicht so leicht, wie es sich anhört. Schließlich sollte die Schule nicht darunter leiden. Doch ob das immer so kombinierbar ist, ist die Frage und kommt nicht zuletzt auch auf den jeweiligen Job an. Als nächstes steht man dann vor dem Problem, was man mit welchem Alter machen darf, denn viele Jobs sind erst ab 16 Jahren erlaubt. Wobei man dazu wissen sollte, dass das von vielen nicht immer ganz so genau genommen wird.Jungs jobben lieber in den Ferien

Katrin Juchems jobbt zweimal in der Woche in dem in Wittlich erst kürzlich eröffneten "mondo del café", seit sie dort letzten Sommer einen Ferienjob hatte. Montags fängt sie direkt nach der Schule an und bleibt meistens bis um 19.30 Uhr, im Sommer länger als im Winter, weil das Café dann länger geöffnet hat. Ihre Hausaufgaben erledigt die Zehntklässlerin eben später, oder aber morgens in der Schule. Trotzdem findet sie, dass die Schule nicht darunter leidet, "außerdem macht die Arbeit Spaß und ich brauche das Geld, wenn ich abends weggehen möchte." In einem Café oder einer Eisdiele zu arbeiten ist, genau wie das Babysitten, bei Jugendlichen sehr beliebt. Aber was tun, wenn alle Eisdielen im Winter geschlossen sind, die Cafés keine billigen Aushilfen mehr brauchen und man einfach kein Kleinkind im Bekanntenkreis hat, auf das man aufpassen könnte? Hanna Thetard hat für sich etwas anderes gefunden. Sie ist zweimal in der Woche als Übungsleiterin beim Wittlicher Turnverein tätig. Dort bringt sie schon seit über einem Jahr Drei- bis Sechs und Sieben- bis Zehnjährigen das Turnen bei. Die 16-jährige war früher Trampolinspringerin und brachte somit gewisse Grundkenntnisse mit. Trotzdem musste sie zusätzlich in diesem Jahr nach Koblenz fahren, um an einer Aus- und Fortbildung für Übungsleiter teilzunehmen. Ihr macht die Arbeit Spaß und sie ist nicht die einzige, die diesen Job neben der Schule oder der Ausbildung macht. Nicht nur die Mädchen bessern sich ihr Taschengeld mit Nebenjobs auf, auch die Jungen verdienen sich häufig etwas dazu. Das tun sie jedoch lieber in den Ferien, neben der Schule haben sie meistens keine Lust dazu und andere Dinge im Kopf. Außerdem haben sie in den Ferien den ganzen Tag Zeit und bekommen somit mehr Geld. Am beliebtesten sind dabei Aushilfsjobs in Firmen oder an der Tankstelle, doch manchmal werden auch neben der Schule Autos und LKWs gewaschen. Manche Jugendlichen sind also schon ziemlich einfallsreich, wenn es um das Aufbessern des Taschengeldes geht.