Dem Eifelpetz vergeht das Lachen

Dem Eifelpetz vergeht das Lachen

GONDORF. Der Eifelpark Gondorf steht vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem der bisherige Eigentümer in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, wird offenbar fieberhaft nach einem neuen Investor gesucht.

Fröhlich lächelnde Menschen und ein grinsendes Maskottchen namens Eifelpetz - so wirbt der Eifelpark Gondorf in bunten Werbebroschüren und im Internet um die Gunst der Gäste. Das Konzept der Macher - eine Mixtur aus Freizeit- und Wildpark - schien bislang von Erfolg gekrönt. Durchschnittlich zwischen 150 000 und 200 000 Touristen und Einheimische besuchten zuletzt jedes Jahr den 750 000 Quadratmeter großen Park bei Bitburg. "Wir hängen völlig in der Luft"

Doch pünktlich zum Jahreswechsel sind über dem 1964 eröffneten Park dunkle Wolken aufgezogen. Die Schulte-Wrede-Gruppe, zu der bis vor kurzem neben Gondorf auch der Panoramapark im Sauerland und der Kurpfalzpark in Wachenheim an der Deutschen Weinstraße gehörten, ist nach Medienberichten in finanzielle Schieflage geraten. Wie die in Hagen erscheinende Westfalenpost meldet, hat Firmenchef Hermann Schulte-Wrede bereits Ende November Insolvenzantrag gestellt, diesen jedoch kurze Zeit später wieder zurückgezogen. Mittlerweile hätten alle drei Schulte-Wrede-Parks und die ebenfalls zur Firmengruppe gehörende ASW Baumschule GmbH den Besitzer gewechselt. Neuer Eigentümer ist laut Westfalenpost die Auffanggesellschaft BeCa Immobilien mit Sitz in Haan bei Düsseldorf. Die Auffanggesellschaft hat den Panoramapark, das einstige Aushängeschild der Schulte-Wrede-Gruppe (260 000 Besucher jährlich), bereits weiterverkauft - an den Konzern Grévin & Compagnie. Der französische Marktführer auf dem Gebiet der Freizeitparks hatte erst vor anderthalb Jahren einen anderen finanziell angeschlagenen Park übernommen - das ebenfalls im Sauerland gelegene Fort Fun Abenteuerland. Ortsbürgermeister weiß nichts Neues

Was aus dem Eifelpark Gondorf und dem Kurpfalzpark wird, ist offenbar noch unklar. Wie Bernd Capellen, Geschäftsführer der Auffanggesellschaft, der Zeitung "Westfalenpost" sagte, gebe es aber für beide Parks Übernahme-Interessenten. Capellen war am Freitag telefonisch nicht zu erreichen. Unter den Eifelpark-Mitarbeitern geht derweil die Sorge um. "Wir hängen hier völlig in der Luft", sagte gestern eine Mitarbeiterin auf TV -Anfrage, "jeder hat Angst um seinen Job." Derzeit gebe es im Eifelpark noch vier feste Vollzeitstellen, vier anderen Mitarbeitern sei bereits vor Wochen gekündigt worden. Viel mehr weiß auch der Gondorfer Ortsbürgermeister Klaus-Josef Salzburger nicht. "Herr Schulte-Wrede hat mich kürzlich angerufen und mir das von der Auffanggesellschaft erzählt", sagte Salzburger am Freitag dem TV . Seitdem habe auch er nichts Neues mehr gehört. Natürlich bangt auch der Ortsbürgermeister um die Zukunft seiner größten Touristen-Attraktion - schon allein wegen der Pacht-Einnahmen, die den Gemeindesäckel in der Vergangenheit verlässlich füllten. Begründeter Anlass zur Hoffnung, dass sich auch für den Eifelpark ein potenter Investor findet, besteht immerhin: Anders als das Gegenstück im Sauerland schrieb der Gondorfer Eifelpark in den vergangenen Jahren angeblich immer noch schwarze Zahlen.

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