Der Kreis wird nicht umgekrempelt

Der Kreis wird nicht umgekrempelt

Die anstehende Kommunal- und Gebietsreform wird den Kreis Trier-Saarburg nicht allzu sehr umkrempeln. Veränderungen könnte es allenfalls an zwei Ecken geben: An der Mittelmosel im Raum Schweich-Neumagen und im Hochwald (Verbandsgemeinde Kell).

Die Mainzer Pläne zur Gemeindereform lassen zwar keine revolutionären Veränderungen im Kreisgebiet erwarten, Raum für Spekulationen bieten sie jedoch allemal. Als einzige der sieben Verbandsgemeinden (VG) im Kreis kommt Kell am See als potenzieller Kandidat für eine Zusammenlegung mit einer anderen Gebietskörperschaft in Frage. Denn mit rund 9600 Einwohnern unterschreitet die Hochwald-VG die von Innenminister Karl Peter Bruch genannte Grenze von 10 000 Einwohnern. Seine VG gehöre aber nicht zu den 40 Verwaltungen, die von Mainz angeblich schon angeschrieben wurden, bestätigt Bürgermeister Werner Angsten. Für ihn steht fest: "Die Einwohnerzahl darf nicht das entscheidende Kriterium sein." Die VG Kell am See sei zwar dünn besiedelt, aber mit 163 Quadratkilometern flächenmäßig eine der größten Verbandsgemeinden im Land.

Angsten: "Man kann doch den Bürgern nicht zumuten, 30 Kilometer und mehr zum Amtssitz nach Hermeskeil oder Saarburg zu fahren." Vielmehr sollte zunächst die Funktionalreform (Übertragung von Kreisaufgaben auf die VG) in trockenen Tüchern sein, bevor die Territorialreform umgesetzt werde. Angsten braucht indes keine "Degradierung" im Fusionsfall zu befürchten. Im Jahr 2014, wenn die Form in Kraft treten soll, läuft seine Amtszeit aus und er geht mit 65 in den Ruhestand. Eher um ihren Job fürchten muss da schon Christiane Horsch, die Bürgermeisterin der Mini-VG Neumagen-Dhron. Sie geht die Forderung des Landes nach Kooperationspartnern offensiv an und verhandelt mit den Nachbar-VG Thalfang, Bernkastel-Kues und Schweich (der TV berichtete). Ob ihre zuletzt häufige Präsenz im Schweicher Rathaus auf eine Mosel-Allianz schließen lässt? Die VG Schweich wäre für Horsch nicht die schlechteste Lösung, könnte sie doch im Jahr 2012 den dann mit 65 Jahren ausscheidenden VG-Chef Berthold Biwer beerben.

An einer Zerschlagung der VG - im Fall der VG Neumagen-Dhron wäre die Aufteilung Trittenheim und Neumagen-Dhron zu Schweich und Piesport und Minheim zu Bernkastel-Kues durchaus sinnvoll - ist die Landesregierung nicht interessiert. Die Devise lautet: ganz oder gar nicht. Ob dies auch für so seltsame Überbleibsel der vergangenen Gebietsreform gilt, wie etwa die zur VG Trier-Land gehörenden Exklaven Hockweiler und Franzenheim, muss abgewartet werden.

Bruchs zweite magische Zahlengrenze heißt 7500. So viele Einwohner sollen Städte mindestens aufweisen, damit ehrenamtliche Bürgermeister zu hauptamtlichen gewählt werden können. Diese Marke erreichen aber weder Hermeskeil (5715 Einwohner), noch Saarburg (6324) oder Schweich (6589). Konz (17 923 Einwohner) ist ein Sonderfall: Der VG-Bürgermeister und sein hauptamtlicher Beigeordneter managen die Stadt gleich mit.

Unangetastet von der Kommunalreform bleibt die Stadt Trier. Das Land wird sich (noch) nicht an einen großen Stadt-Umlandkreis heranwagen; darüber hinaus würde sich der Kreis mit Händen und Füßen wehren, das hoch verschuldete Oberzentrum in seinen Schoß aufzunehmen.

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