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Der wilde Westen fängt in Pluwig an

Die Karl-May-Freunde von Pluwig sind wegen ihrer Kostüme nach historischen Vorbildern immer ein besonderes Film- und Fotomotiv. TV-Foto: Dietmar Scherf
Die Karl-May-Freunde von Pluwig sind wegen ihrer Kostüme nach historischen Vorbildern immer ein besonderes Film- und Fotomotiv. TV-Foto: Dietmar Scherf
PLUWIG. Frage: Welcher Verein im Kreis Trier-Saarburg und darüber hinaus hat in den vergangenen Jahren die meisten Zuschauer zu seinen Veranstaltungen gelockt? Die Karl-May-Freunde aus Pluwig. ARRAY(0x1cb4f7420)

Mehr als 23 000 Zuschauer bei den Aufführungen "Der Schatz im Silbersee" sowie "Winnetou I" (2003) und "Winnetou II" (2005) sprechen eine deutliche Sprache. Als Reinhold Schomer, Ernst Witz, Konni Wysocki, Erwin Jünker, Rüdiger Lamberty, Christof Haag und Edwin Christen vor fast sieben Jahren die Interessengemeinschaft "Karl-May-Festspiele Trier-Irsch" gründeten, ahnte niemand, welche Resonanz sie haben würde. Zunächst am See bei Hockweiler heimisch geworden, verschlug es die Westernfreunde im April 2003 "in ein traumhaftes Gelände" bei Pluwig. Im langfristigen Pachtvertrag mit der Gemeinde wurden die "Karl-May-Freunde Pluwig e.V." als Partner eingetragen. Vorsitzender Ernst Witz erinnert sich: "In einer groß angelegten Aktion entstand innerhalb von vier Monaten aus einem verwilderten Steinbruch eine Freilichtbühne, die keinen Vergleich mit großen Vorbildern zu scheuen braucht." Die sieben Veranstaltungen "Winnetou I" waren mit 7 380 Zuschauern ausverkauft. 102 Akteure mit 30 Pferden und 30 Helfern hinter den Kulissen begeisterten. In der Spielpause im Jahre 2004 wurde kräftig investiert und gebaut, die Tribünenfläche befestigt und ausgebaut. Ehrenamtliche Helfer installierten Kabelschächte für Beleuchtung und Pyrotechnik unter der Spielfläche. In einer renommierten Pyrotechnikerschule ließ der Verein sogar zwei Techniker für Bühnen-, Film- und Spezialeffekte ausbilden. Ein Container diente als Unterkunft für Regie, Licht- und Tontechnik - in der bisherigen Regiebude liefen 3 000 Meter Zündleitungen für die Pyrotechnik zusammen. "Vor den Vorstellungen 2005 kam die Stunde des Bautrupps", erinnert sich der Vorsitzende. Ein Westernfort wurde in Originalgröße nachgebaut. Am Tag vor der ersten Vorstellung wurde noch gearbeitet. Eine perfekte Kulisse und 91 Akteure mit vielen Pferden waren Garantie für einen weiteren Erfolg: Eine Kavallerie- und eine Infanterie-Einheit, deren Uniformen nach historischen Vorlagen gefertigt wurden, beeindruckten. Aber auch die Kostüme der anderen Schauspieler waren stark an historischen Vorbildern orientiert. Pyrotechnische Effekte, die sonst nur aus Filmen bekannt sind, hinterließen einen bleibenden Eindruck. Die Freilichtbühne Pluwig präsentiert sich heute mit einer Kulisse, die ihresgleichen sucht. Die Infrastruktur sowie die Bühnenfläche, Ausbau der Zugangswege zur Bühne und deren Ausleuchtung werden ständig verbessert. Die Kostüme, alle selbst geschneidert, gehören zu den schönsten, die auf Karl-May-Bühnen zu sehen sind, was besonders für die aufwändige indianische Kleidung gilt. Gemeinsam mit der Kulisse ergibt dies ein fantastisches Bild, das die Zuschauer fasziniert. Das Wirken des Vereins wurde entsprechend gewürdigt. So ist er mit dem "Riesling Orden 2005" für das kulturelle Engagement in der Verbandsgemeinde Ruwer ausgezeichnet worden, die Freilichtbühne Pluwig darf sich offiziell "Karl-May-Bühne Deutschland" nennen. Bei den nächsten Aufführungen sollen neue Überdachungen die Zuschauer vor Schlechtwetterperioden schützen. Diese Baumaßnahme zu finanzieren, ist nur durch kräftige finanzielle Mithilfe neuer Sponsoren möglich. Im Juli 2007 führen die Karl-May-Freunde an zehn Veranstaltungstagen das Stück "Der schwarze Mustang" auf. Premiere ist am Freitag, 6. Juli.