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Die "Erste" hat oberste Priorität

Igor Domaschenko, Trainer der HSG Irmenach-Kleinich-Horbruch, hat im Moment viel zu tun. TV-Foto: Archiv/Klaus Kimmling
Igor Domaschenko, Trainer der HSG Irmenach-Kleinich-Horbruch, hat im Moment viel zu tun. TV-Foto: Archiv/Klaus Kimmling
Während die Regionalliga- Handballer um den Ligaverbleib kämpfen, sind die Reserveteams in ihren Ligen Spitze. Von unserem Mitarbeiter Lutz Schinköth

Irmenach/Kleinich/Horbruch. Die Lage scheint verwirrend, aber nicht surreal. Das Aushängeschild der HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch ist die Handball-Regionalliga-Mannschaft. Nur auf den ersten Blick hängt der Haussegen schief. In den Niederungen der Tabelle angesiedelt, wollen die Verantwortlichen mit der Rückkehr der Langzeitverletzten und großem Engagement die dritte Liga erhalten.Bernd Kirst ist ein handballverrückter Präsident. In den vielen Jahren seiner Mitarbeit im Vorstand hat er alle Höhen und Tiefen schon erlebt. Auf Grund der vielen Langzeit-Verletzungen haben es die Handballer derzeit schwer, in der Regionalliga Erfolgserlebnisse zu feiern. Doch trotz des drittletzten Tabellenplatzes denkt bei der Hunsrück-HSG keiner an den Abstieg. "Uns muss es gelingen, zumindest Viertletzter zu werden. Da wir nicht wissen, wer aus der zweiten Liga absteigt, müssen wir alles Erdenkliche versuchen, über unsere Heimstärke die nötigen Punkte einzufahren." Timo Stoffel, Rene Engler, Rene Vasek, Nico Gedert, auch Julian Keitsch, Maxim Shalimov, Muligi und Peter Kiesel stehen oder standen auf der Liste von Ausfällen. Eine halbwegs gesunde HSG hätte dem ausgegebenen Saisonziel, einen gesicherten Mittelfeldplatz, Genüge getan. Doch der arg geschrumpfte Kader stellt sich derzeit von selbst auf oder wird von der Rheinlandligamannschaft punktuell ergänzt.Rückkehrer sollen für den nötigen Schwung sorgen

"Eine solch negative Entwicklung können wir kaum kompensieren. Ich bin mir sicher, dass wir die Liga halten. Kommen jetzt nach und nach die verletzten Spieler zurück, ist uns nicht bange", sagt der Präsident, der auf die Zusammenarbeit innerhalb der Teams setzt. "Da erste und zweite Mannschaft zusammen trainieren, wollen wir über eine gewisse Rotation und Austauschbarkeit die Erste stärken. Die Regionalliga-Mannschaft genießt absolute Priorität".Die Reserve, die ebenso unter Trainer Igor Domaschenko sowie Co-Trainer Jürgen Fritz trainiert, steht derzeit in der Rheinlandliga auf Platz zwei. Der Aufsteiger, der im Vorfeld als Ziel einen Mittelfeldplatz ausgegeben hatte, besitzt ein sehr junges, talentiertes, aber noch unerfahrenes Team, das weiter reifen muss. Die dritte Mannschaft unter Trainer Rene Vasek, selbst Leistungsträger im Regionalligateam, wächst ebenso über sich hinaus und hat das angestrebte Saisonziel, einen Platz im Mittelfeld, mit Platz drei bei weitem übertroffen. Für das Team in der Landesliga ist es seit Jahren die gleiche Konstellation: Die "Vierte" dominiert seit etlichen Zeiten diese Liga. Der Aufwand, um aufzusteigen, ist jedoch zu groß. Die meisten Akteure sind ehemalige Regionalligaspieler, die bei Not in der "Ersten" aushelfen. "Wir wollen die erste Mannschaft stabil halten und über unseren großen Unterbau immer wieder Talente ins Rennen schicken, um in der Region dominant zu bleiben", sagt Bernd Kirst. Dazu soll der Gesamtverein anders strukturiert werden. Die Verantwortlichen planen die Umwandlung des Vereins in eine "gemeinnützige GmbH", in der das Haftungsrecht gewährleistet werden soll. Bei den Mitgliederversammlungen der Muttervereine soll dieser einschneidende Schritt beschlossen werden.