"Die ersten Kriegstage in Wittlich"

"Die ersten Kriegstage in Wittlich"

An den Beginn des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 vor 100 Jahren will eine Veranstaltungsreihe des Kulturamtes der Stadt Wittlich erinnern. Der Erste Beigeordnete Albert Klein übernimmt mit seinem Vortrag am Donnerstag, 11. September, den Auftakt.

Wittlich. Einen Vortrag über ein Wittlicher Kriegstagebuch aus der Feder von Carl Nels (1864 bis 1949) hält der Erste Beigeordnete Albert Klein am Donnerstag, 11. September, um 19 Uhr in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge. Mit dieser Chronik hat sich ein Augenzeugenbericht erhalten, der die Überschrift "Die ersten Kriegstage in Wittlich" trägt. Tatsächlich beschreibt Nels die Verhältnisse in Wittlich bis Mitte Oktober des Jahres 1916. Nach dem Krieg hat Nels sein Tagebuch 1922 in der von ihm herausgegebenen "Wittlicher Zeitung" auszugsweise veröffentlicht. Mit Nels zeigt sich ein unmittelbarer Zeitzeuge, der aus seinem subjektiven Erleben heraus die Ereignisse schildert, wie er sie damals gesehen und erfahren hatte. So entsteht ein Bild von Wittlich und seinen Einwohnern in den ersten drei Kriegsjahren, wie es keine sonstige Quelle vermittelt.
Carl Nels, gründete 1891 eine Buchdruckerei in Wittlich. Daneben betrieb er einen Zeitungsverlag und gab die Wittlicher Zeitung von 1884 bis 1914 und von 1922 bis 1925 heraus. Er gliederte dem Betrieb ein Schreibwarengeschäft an, das bis heute besteht. Nels verstand sich als Chronist. Es sind ihm zahlreiche Schriften zur Wittlicher Geschichte zu verdanken. Daher soll der Vortrag gleichzeitig an den 150. Geburtstag des Publizisten Nels im März diesen Jahres erinnern.
Das Original-Tagebuch ist erhalten und befindet sich in erstaunlich gutem Zustand im Familienbesitz. Es beginnt 1914 mit täglichen Eintragungen. Gut 200 Seiten hat Nels mit handschriftlichen Notizen, Zeitungsausschnitten, Totenzettel und Fotos gefüllt.
Auch die tägliche Wetterbeobachtung gehört zum Standard des Buches. Ebenso sind Feldpostbriefe mehrerer Wittlicher Frontsoldaten aus Belgien und Frankreich den Notizen hinzugefügt.
Da Albert Klein die Original-Chronik dank des Nels-Enkels Franz-Richard Nels auswerten durfte, kann er in seinem reich bebilderten Vortrag auch bisher unveröffentlichte Teile des Buches zitieren. Dies verspricht einen sehr lebendigen Einblick in den Wittlicher Alltag zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.
Nächstes Thema der Reihe ist Verdun. Dazu hält Patrick Bourassin am Mittwoch, 8.Oktober, 19 Uhr, einen Vortrag in der Stadtbücherei. Das Wort "Verdun" gilt heute als Synonym für eine der schrecklichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges. Alljährlich besuchen Tausende den französischen Ort, der zu trauriger Berühmtheit gelangte. Der Militärhistoriker Patrick Bourassin, Wittlicher mit französischen Wurzeln, wird in einem Lichtbildvortrag hierzu referieren.
"Des flammes à la lumière": Eine Darstellung von Schülern der Clara-Viebig-Realschule plus gibt es am Donnerstag, 6. November, 20 Uhr, in der Clara-Viebig-Realschule plus. Elf Jahre nahmen Schüler der Clara-Viebig-Realschule plus unter der Leitung der Pädagogin Helma Thelen-Oberbillig an der alljährlichen Gedenkveranstaltung in Verdun teil und werden dieses Erleben nach Wittlich bringen.
Weiterhin ist ein Konzert mit Liedern aus der Zeit des Ersten Weltkrieges in der Synagoge geplant. Der Termin steht noch nicht fest. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Veranstalter ist das Kulturamt der Stadt Wittlich, Telefon 06571/14660 oder info@kulturamt.wittlich.de.
volksfreund.de/wk1