Die Kirche kommt zu den Kindern

Die Kirche kommt zu den Kindern

TRIER. (red) Es ist ein warmer, sonniger Sonntag. Auf dem Gelände der Landesgartenschau Trier herrscht Hochbetrieb. Viele Familien sind gekommen. Große und kleine Kinder toben nach Lust und Laune auf den Spielplätzen und Sportanlagen. An jeder Ecke ausgelassene Stimmung - kann da eine Kinderkirche konkurrieren? Ja, sie kann. Und wie.

Pünktlich um 15 Uhr füllt sich im ökumenischen Kirchengarten das Rund des Pavillons, Stühle werden im Kreis arrangiert und von Kindern, Eltern, Omas und Opas "erobert". Es wirkt gerade so, als würden sich alle freuen auf eine kleine Auszeit in einer Oase - vom Baby und Kindergartenkind bis hin zum frisch gebackenen Abc-Schützen und dessen 80-jähriger Omi. Pastoralreferent Norbert Thelen begrüßt seine Kirchgänger "im Schatten dieses schönen Baumes". Den Kindern scheint seine ruhige, einfühlsame Art gut zu gefallen. Anfängliche Tränen, weil der Sitzplatz nicht gefällt oder die Sonne brennt, sind rasch versiegt. Gemeinsam singen alle: "Guten Mittag, guten Mittag, wir winken uns zu. Guten Mittag, guten Mittag, erst ich und dann du." Die Kleinen freuen sich auf ihr besonderes Bibelerlebnis und rufen aufgeregt in Richtung Norbert Thelen: "Kann ich dir helfen?" Aber klar doch, denn es gibt viel zu tun in der Kinderkirche. Schließlich lautet an diesem Sonntag das Motto: Ein Bauer geht aufs Feld. Braune Tücher müssen in der Mitte ausgelegt werden. Was mag das sein? "Die Erde", kommt die Antwort im Chor. Auf der Erde gibt es Wege, die "geebnet" werden müssen. Dass man auf diesen Wegen gehen kann, wird natürlich ausprobiert. Es gibt Dornen, aber auch guten Mutterboden. Und es gibt Pflanzen und Bäume. "So ähnlich sah das Land aus, in dem Jesus gelebt hat", erzählt Norbert Thelen. Dann zündet er "das helle Licht" an - die brennende Jesus-Kerze wandert von Kind zu Kind. Seinen Freunden, so der Pastoralreferent, habe Jesus die Geschichte vom mutigen Bauern erzählt. Der habe Körner gesät. Manche fielen neben die Dornen, andere hinter Steine, wieder andere aber fielen auf den guten Boden. "Wurzeln wachsen, ein Keimling entsteht, Blätter werden sichtbar. Und es zeigt sich eine Ähre. Seht ihr: Am Anfang war ein Korn, daraus sind tausend Körner geworden. Denn der Bauer hatte Mut und Vertrauen." Und ob nun Yannick aus Wittlich, Anke aus Trier oder Yvonne aus Bitburg, sie "haben die schöne Geschichte gut verstanden". Und eine Oma ergänzt: "Das ist nachvollziehbar für die Kleinen. Daran werden sie sich noch lange erinnern." Norbert Thelen hat schon mehrere Bibelerlebnisse mit Liedern, Geschichten und Aktionen in der Kinderkirche gestaltet. "Dabei orientieren wir uns stets am aktuellen Leitthema der Landesgartenschau. Zum Thema Erde passt die Geschichte vom Bauer natürlich gut." Er ist zufrieden: Die Kinderkirche wird gut angenommen." Trotz aller Ablenkungen. Was im Kirchengarten geboten wird, ist an jedem Tag im TV auf der Service-Seite zu finden.