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Die Lücke wieder schließen

TRIER. Grundsätzlich gilt: Ein ausgeschlagener Zahn kann wieder eingesetzt werden. Aber nur dann, wenn das Beißerchen innerhalb der nächsten Stunde wieder an Ort und Stelle ist. Doch selten ereignen sich die Unfälle direkt vor der Tür des Zahnarztes. Eine neue Zahnrettungsbox hilft, dass mehr Zähne überleben - und kein Loch in den Geldbeutel gerissen wird. ARRAY(0x190008900)

Ob Sport- oder Verkehrsunfall oder "nur" eine Schulhofrauferei - viele Mädchen und noch mehr Jungen erleiden bis zum Erwachsenwerden Verletzungen an den Frontzähnen. "Grundlegend gilt, dass ein ausgeschlagener Zahn wieder eingesetzt werden kann. Sofern dies innerhalb der ersten 30 bis maximal 60 Minuten nach dem Verlust erfolgt", sagt Dr. Manfred Pazen, Zahnarzt in Konz und Vorsitzender der Zahnärzte-Initiative der Region Trier. Das Problem: In den meisten Fällen kann der Patient so schnell nicht behandelt werden. Der Zahnarzt praktiziert nicht um die Ecke, und ausgeschlagene Zähne haben oft Begleitverletzungen, die zuerst behandelt werden müssen. Die Folge: Wertvolle Zeit verstreicht. Außerdem trocknen ausgeschlagene Zähne ohne Behandlung innerhalb einer halben Stunde aus. Das bedeutet, dass die an der Wurzeloberfläche haftenden Zellen, die eine Wiedereingliederung des Zahnes ermöglichen, absterben. Eine Hilfe kann laut Zahnmediziner die so genannte Zahnrettungsbox sein. Sie enthält eine Nährlösung, in der der ausgeschlagene Zahn bis zu 24 Stunden konserviert und damit reimplatationsfähig erhalten werden kann. Außer der Zahnrettungsbox sind auch andere Aufbewahrungsmöglichkeiten denkbar, die Überlebenszeiten sind aber durchweg kürzer: Im Taschentuch eingewickelt überstehen die Zellen 30 Minuten, in Alufolie, Plastikbox oder Wasser eine Stunde und in kalter H-Milch immerhin vier bis fünf Stunden. Die Erfahrung der Zahnärzte zeigt, dass die Gefahr eines Zahnverlustes während eines Schulausflugs und in Badeanstalten besonders groß ist. Die Häufung der Unfälle ist zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr am größten. Daher, so Dr. Pazen, gehöre eine Zahnrettungsbox in jedes Reisegepäck, in jede Schule, Sportstätte und im Grunde in jeden Haushalt mit Kindern und Jugendlichen. "Kann ein ausgeschlagener Zahn nicht wieder eingesetzt werden, kann dies bis zu einer vierstelligen Summe an Folgekosten verursachen", sagt Pazen. Ganz abgesehen von den Strapazen die dann auf das Kind zukommen. Damit möglichst viele Zähne gerettet werden können, hat die Zahnärzte-Initiative der Region Trier sich entschlossen, die Schulen und Schwimmbäder der Region in den nächsten Tagen mit Zahnrettungsboxen mit einer ausführlichen Anleitung zu versorgen. Im Falle eines Falles werden gut sichtbar angebrachte Plakate, Schüler und Badegäste an die Boxen, die oft eine entscheidende Hilfe für das Überleben des Zahnes leisten, erinnern.