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Ein Leben für die Langohren

Ein Leben für die Langohren

WELSCHBILLIG. Die Langohren haben es den Männern um den Vorsitzenden des Kaninchenzuchtvereins "RN 13 Moselland", Anton Kirchen, angetan. Seit der Vereinsgründung lädt der Verein zu Kaninchenschauen ein. Am Samstag und Sonntag, 25./26. November gastieren sie in der ICV-Halle in Issel.

Bis zu 200 Tiere der verschiedensten Rassen will der Verein dann bei seiner Lokalschau und der angegliederten Kreis-Rammler-Schau präsentieren und bewerten lassen. Preisrichter des Landesverbands werden die Tiere begutachten, Punkte vergeben und die schönsten und besten Kaninchen prämieren. Doch beim Kaninchenzuchtverein RN (Rheinland-Nassau) 13 Moselland stehen nicht Pokale und Trophäen im Vordergrund, sondern vor allem die Tiere. Schon seit einigen Wochen laufen die Vorbereitungen der Züchter auf Hochtouren. In Ralingen-Wintersdorf haben sich einige der Langohr-Freunde bei ihrem Kollegen Peter Kuhn eingefunden. Sauber und ordentlich hält Kuhn seine Tiere in den Ställen. Die verschiedensten Rassen, bis hin zu einem "Deutschen Riesen", kann er präsentieren. "Der hat jetzt schon acht Kilogramm", freut sich Kuhn. Denn bei der Ausstellung müsste er mindestens sieben Kilogramm auf die Waage des Preisrichters bringen. Besonders wichtig ist aber auch bei ihm der Körperbau, der Schwanz ("Blume") muss richtig stehen, beide Augen müssen dieselbe Farbe haben, und die Ohren dürfen nicht geknickt sein.Kaninchenzucht ist eine Wissenschaft für sich

"An unsere Zuchttiere werden die höchsten Anforderungen gestellt", sagt Vorsitzender Anton Kirchen. Bis zu 60 Kaninchen hat jeder Züchter. Da ist die Rede vom "Deutschen-Riesen", dem "Deutschen-Widder grau", dem "Blauen Wiener" oder dem "Grauen Wiener-Hasenbraun". Aber auch vom "Satin-Elfenbein" oder der "Marburger Fee". Für einen Laien und Außenstehenden sind diese Bezeichnungen spanische Dörfer. Eine Wissenschaft für sich, mag sich so mancher Besucher denken, wenn die Züchter untereinander über die Besonderheiten und Eigenschaften ihrer besonderen Züchtungen diskutieren. Der Blick in die Ställe von Peter Kuhn zeigt, dass die Tiere bestens gepflegt und für die Schau vorbereitet sind. Das Fell ist gebürstet, die Krallen geschnitten, und bei den schwarzen Tieren sind die weißen Haare gezupft, die aus dem Fell herauswachsen. "Die Tiere sind schaufertig", erklärt Matthias Schmitz. Er ist mit 85 Jahren das älteste Mitglied des Vereins und gehört zu den Gründern. Schmitz und der Vorsitzende züchten bereits seit 45 Jahren ihre Kaninchen und zählen zu den erfolgreichsten Ausstellern des Vereins. Schmitz: "Bei rund 60 Tieren jährlich kann man sich die Arbeit und die Investitionen gut vorstellen." Tiere haben in seinem Leben immer eine große Rolle gespielt. Doch wirtschaftlich war die Zucht bisher für ihn kein Erfolg. "Weder schlachte noch esse ich die Tiere", sagt er. Die Mitglieder des Vereins erhielten in den letzten Jahren immer wieder hervorragende Bewertungen und Auszeichnungen. So bekam Anton Kirchen für seine Tiere die "Bronzene Kammerpreismünze" der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Mit der Ehrennadel im Silberkranz wurden die Züchterfreunde Betti Schmitz und Peter Kuhn geehrt. Anton Kirchen und Matthias Schmitz erhielten bereits die Silberne, Goldene und die Treuenadel des Landesverbands. Matthias Schmitz und Anton Kirchen sind inzwischen auch Ehrenmitglieder des RN 13. Bei der Ausstellung am 25. und 26. November in der ICV-Halle in Issel sind Zuschauer und Interessierte jederzeit herzlich willkommen. Viele Helfer des Vereins wollen dabei für eine schöne Atmosphäre sorgen. Dabei fehlt auch ein ausgefeiltes Rahmenprogramm nicht. Wolfgang Reichert aus Bitburg stellt 26 verschiedene Arten von Ziervögeln aus, und eine einheimische Künstlerin malt die Tiere. Für Kaffee und Kuchen ist ebenfalls gesorgt. Die Ausstellung ist am Samstag ab 15 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.