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Ein Pionier, der mit jeder Herausforderung wächst

Ein Pionier, der mit jeder Herausforderung wächst

Auf volksfreund.de informiert die Redaktion des Trierischen Volksfreunds ihre Leser nicht nur tagesaktuell, sondern oftmals in Echtzeit. Bis dahin war der Weg lang und vor allem von Experimentierfreude geprägt.

Die Geschichte des Internets in der Region ist auch die Geschichte von http://www.volksfreund.de, dem Online-Portal des Trierischen Volksfreunds. 1996, als es noch wenige Internetanschlüsse in der Region gab, ging der TV als eine der ersten regionalen Tageszeitungen "ans Netz". Am Beginn hieß das Angebot "inTRinet" und wurde unter diesem Etikett schnell zu einem Namen in der Trierer Welt des Internets.

Zwei Redakteure kümmerten sich damals, vor 14 Jahren, um den Aufbau und die Pflege des Internet-Portals. Joachim Engbrocks, ein Mann der ersten Stunde und heute Redakteur von volksfreund.de: "Das Internet war damals noch taufrisch, und es war eine spannende Aufgabe, eine Tageszeitung ins Web zu bringen, zumal wir eine der ersten Regionalzeitungen waren, die auf den Online-Zug aufgesprungen sind."

Für gelernte Tageszeitungsredakteure, die es gewohnt sind, ihre Nachrichten immer für den nächsten Tag herzustellen, bedeutete das Internet eine Umgewöhnung. Unmittelbare Aktualität, sofort und gleich, das kannte man bis dato nur aus dem Fernsehen. Und so beschränkte man sich zunächst - damals vielfach üblich bei Zeitungen im Netz - auf die Abbildung der Texte aus der Printausgabe. Ohne die Zuarbeit der Print-Redakteure läuft auch heute nichts in der digitalen Ausgabe des Volksfreunds.

Gingen die Artikel der Printausgabe stets erst am späten Abend ins Netz, wenn alles bearbeitet und fürs Internet aufbereitet war, wurde Anfang des neuen Jahrtausends der größer werdende Hunger der Leser nach aktuellen Nachrichten immer mehr gespeist. Reporter aus allen Redaktionen des Trierischen Volksfreunds setzten zunächst Kurzmeldungen zu ihren Texten ab, die am Abend in voller Länge im Netz und am nächsten Tag in der gedruckten Ausgabe erscheinen würden. Ein erneutes Umdenken, das der Printmannschaft abverlangt wurde. Inzwischen ist es der Redaktionsmannschaft in Fleisch und Blut übergegangen, dass durch das Internet im Journalismus nichts beständiger wurde als der Wandel. Und die Herausforderungen sollten mit den Jahren noch wachsen.

Einen großen Umbruch erlebte aber auch das Online-Team des Trierischen Volksfreunds im Jahr 2003, als ein sogenanntes Content Management System eingeführt wurde. Die neue Software machte es nicht mehr erforderlich, mit hohem Aufwand jede einzelne Seite des Internet-Angebots selbst zu erstellen; das wurde fortan von der Technik übernommen.

Die Volksfreund-Online-Redaktion gewann dadurch den Freiraum, sich auf ein stetig verbessertes und weiterentwickeltes Online-Angebot zu konzentrieren. Aber auch jenseits des Nachrichtengeschäfts etablierte sich InTRinet als Plattform nachgefragter Angebote. So war die Seite aus Trier ein Pionier in Sachen Partyfotos. Seit vielen Jahren bereits schwärmen die Partyfotografen der Seite dorthin aus, wo die Musik spielt, und ClickMe wurde so nicht nur zu einem festen Begriff bei jungen Menschen in der Region, sondern eines der nachgefragtesten Angebote der Seite. ClickMe legte auch das Bedürfnis vieler Menschen offen, selbst zum Protagonisten, mit ihrem Leben zum Teil der digitalen Öffentlichkeit zu werden - und das lange vor dem Boom des sogenannten Mitmach-Internets nach Art von Youtube, Twitter, Facebook & Co.

Da lag es nahe, weitere Angebote zu schaffen, die heute ebenfalls ein Begriff im digitalen Trier sind: Sei es die "Schönste der Region" oder "Traut Euch", die "Schönste"-Variante für Brautpaare.

2006 kam eine große Zäsur, die nicht nur technische oder optische Veränderungen mit sich brachte: Intrinet wurde umbenannt in volksfreund.de. Mit diesem Schritt wollte der Verlag das Angebot nicht nur enger mit der Marke verknüpfen, sondern das journalistische Angebot auch deutlich ausbauen. Bereits seit 2004 ist die Online-Redaktion Bestandteil des sogenannten Newsrooms, des großen Nachrichtenraums, und produziert gemeinsam mit rund 30 Print-Kollegen das Produkt "Volksfreund". Rund zwei Jahre später folgte auch ein runderneuerter Internetauftritt, der vor allem eines bieten wollte: mehr Journalismus. Aktueller, umfangreicher, aber auch innovativer wurde das Angebot.

2007 startete die Redaktion mit einem Video-Angebot, beschränkte sich in einer Testphase zunächst auf dokumentarische Filmausschnitte von Ereignissen wie Unfällen oder Bränden oder Großereignissen wie Karneval. Im Laufe der folgenden Jahre wurde das Angebot jedoch immer weiter ausgebaut. Die Redakteure sammelten Erfahrungen mit dem neuen Medium. Auch wurden die Leser noch mehr einbezogen in das Geschehen. Unter dem Stichwort "Bürgerjournalismus" können die Leser von volksfreund.de sich seitdem intensiv an Diskussionen und auch der Berichterstattung beteiligen, sei es durch Blogs oder Nutzerkommentare. Immer wieder treten dadurch auch interessante Diskussionen und neue Aspekte zutage, die die Redaktion aufgreifen kann.

Für volksfreund.de haben sich die Macher vorgenommen, den erarbeiteten Standard weiter auszubauen. Roland Grün

EXTRA
Besucherzahlen


volksfreund.de hatte Mitte dieses Jahres fast 1,9 Millionen Besucher (Quelle: IVW). Die meisten, nämlich 93 Prozent, kamen aus dem Inland. Der redaktionelle Inhalt wurde dabei im Juli 2010 rund sieben Millionen Mal abgerufen. Im statistischen Durchschnitt rief jeder Besucher 22 Seiten auf.