EISHOCKEY : Matadore jagen Stier

EISHOCKEY : Matadore jagen Stier

TRIER. (BP) Vorzeitig Meister in der Verbandsliga und in die Regionalliga-Relegation mit einem Sieg gestartet: Bisher läuft beim ESC Trier alles bestens. Vor dem ersten Heimspiel dämpft Trainer Igor Gross aber den Optimismus.

Nein, ein typischer russischer Eishockey-Trainer sei er nicht. "Nur ein, zwei Mal im Jahr genehmige ich mir ein Glas Wodka, beim Essen mit meiner Familie." Igor Gross lacht. Aber die gute russische Schule ist dennoch sein Ding. "So akribisch hat hier noch nie ein Trainer gearbeitet. Einfach perfekt", lobt "Huskys"-Geschäftsführer Wolfgang Kinzig den diplomierten Eishockey-Lehrer, der aus dem sibirischen Omsk stammt und seit Saisonbeginn in Trier ist. Er fährt die gewünschten Erfolge ein. "Als ich im August kam, war es sehr warm. Dennoch habe ich gesagt: Vier Mal die Woche müssen wir trainieren. Da haben mich die Spieler erst recht seltsam angeschaut, aber dann mitgezogen. Das ist eins der Geheimnisse unseres Erfolgs", meint Gross, der zuvor beim DEL-Klub Wolfsburg tätig war. Seit vergangenem Wochenende befindet sich sein Team in der Relegation zur Regionalliga, nachdem Trier mit nur zwei Niederlagen in 16 Spielen vorzeitig Verbandsliga-Meister geworden war. Dieser Titel sei schön, aber nun auch ein Bürde, meint Gross: "Alle wollen den Meister besiegen. Das ist wie ein Matador, der das rote Tuch für den Stier schwingt." Aber der Meister schlug am ersten Spieltag zurück, gewann 6:3 beim Regionalligisten Dortmund. Mitentscheidend für den Erfolg waren drei Tore von Stürmer Dimitry Shimkow. Ob es am Sonntag (18.30 Uhr) beim ersten Heimspiel gegen Troisdorf wieder Shimkow-Tore zu bejubeln gibt? "Ich will treffen, aber ich weiß nicht, ob es klappt", meint der 36-jährige Russe, der aus Siegerland nach Trier kam. "Man kann nicht immer drei Treffer erzielen", sagt Gross, der etwas auf die Euphoriebremse tritt: "Wir sind sicherlich nicht der Favorit in der Runde. Die vie r Regionalligisten, die gegen uns antreten, sind schon von einem anderen Kaliber." Hauptziel ist, unter die ersten Vier zu kommen, was gleichbedeutend mit dem Aufstieg wäre. "Das ist unser Wunsch, aber ich wäre hoch zufrieden, wenn wir am Ende Vierter werden", sagt Gross. Für Shimkow sind die Konkurrenten unbeschriebene Blätter: "Ich kenne die Gegner nicht, aber wir gehen in jedes Spiel, um zu gewinnen."