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Trend zu kleineren Haushalten Der Anteil der Haushalte, in denen drei oder mehr Menschen leben, ist in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich gesunken. Im Gegenzug hat sich die Zahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte erhöht.

1973 lebte in jedem zehnten Haushalt nur eine Person. 2003 war es bereits jeder sechste. Der Anteil der Haushalte mit mehr als einer Person sank im selben Zeitraum von 90 auf 82 Prozent. Diese Zahlen hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhoben. Grund für die Entwicklung sei der soziale Wandel in modernen Industriegesellschaften, heißt es bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Genannt werden vor allem die Pluralisierung der Lebensformen und die Zunahme individueller Lebensentwürfe. Hinzu komme die steigende Lebenserwartung: Dadurch habe sich auch die Zahl der Menschen erhöht, die nach dem Tod ihres Partners alleine wohnten. Und noch etwas gibt die Bundeszentrale zu bedenken: In Single-Haushalten leben viele junge Menschen, die durchaus bereit sind, später Lebensgemeinschaften zu gründen. Denn das Zusammenleben mit anderen Menschen hat auch in der modernen Gesellschaft große Bedeutung: So wohnen derzeit immerhin in zwei von drei Haushalten keine Singles. Große Veränderungen zeigen sich dagegen beim Blick auf Kinder: Laut Bundesministerium gab es 1972 rund 5,6 Millionen Haushalte ohne Kinder. 2000 waren es bereits 9,2 Millionen. Nur in einem Drittel der Haushalte leben damit heute noch Erwachsene mit Minderjährigen zusammen. Weiterer interessanter Punkt: Die Ehe spielt weiterhin eine große Rolle. Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren 2003 rund 80 Prozent der Mehrpersonenhaushalte durch diese Lebensform geprägt. (ik)