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Flucht und Sucht

Flucht und Sucht

TRIER. (AF) In Spanien sind sie echte Rockstars – und auch in Deutschland finden "Dover" immer mehr Freunde. Der TV sprach vor dem Auftritt der Madrilenen beim "Abend am See" mit Dover-Sängerin Cristina Llanos.

In Spanien habt ihr einen Status wie hier vielleicht "Die Toten Hosen", die Hauptgruppe beim "Abend am See". In Deutschland seid ihr um einiges unbekannter. Wo spielst du am liebsten?Llanos: Wir spielen unheimlich gern in Deutschland. Klar, in Spanien haben wir einen anderen Stellenwert, aber auch hier haben wir uns in den letzten Jahren ein bisschen was erarbeitet. In Deutschland können viele Leute einfach mehr mit Rockmusik anfangen als - zum Beispiel - in Frankreich. Als sich Dover Anfang der Neunziger gegründet hat, warst du gerade mal 15. Hat es zwischenzeitlich mal eine Phase gegeben, in der du sagtest: Ich habe genug, ich will nicht mehr?Llanos: Eigentlich nicht. Die Band ist für mich eine Art Flucht. Ich hoffe, dass wir niemals auseinander gehen. Auch wenn das sicher irgendwann passieren wird. Wir sind eine sehr emotionale Band, können uns mit der Musik Luft verschaffen. Du sagst, ihr seid sehr emotional - auf der Bühne gehst du voll aus dir raus - schreist, flüsterst, leidest. Findet sich in den Texten dein Leben wieder? Du singst zum Beispiel in "27 years", dass du immer dünn sein wolltest…Llanos: Viele Texte sind autobiographisch. Dünn zu sein, war ein Traum, früher. Aber auch ein Albtraum. Ich litt an Magersucht. Das ist zwar vorbei, aber man weiß nie, ob es vielleicht wiederkommt. Mittlerweile mache ich mir nicht mehr so viele Gedanken darüber. Was war das letzte Konzert, das du gesehen hast?Llanos: Das war in Madrid, U2 - als Vorgruppe spielten die grandiosen Kaiser Chiefs und Franz Ferdinand. Ihr gebt im Sommer nur zwei Konzerte in Deutschland - eins davon ist in Losheim: Worauf freust du dich am meisten? Llanos: Ich bin großer Fan von Social Distortion, habe noch nie gemeinsam mit ihnen bei einem Festival gespielt. Das ist für mich ein Traum, der Wirklichkeit wird. DOVER zählt zu den spanischen Top-Bands. Vor drei Jahren konnten sich die Trierer Fans beim Konzert in der BBS-Aula von den Live-Qualitäten der Madrilen überzeugen. Markenzeichen: harte Gitarren, oft weicher Gesang. Plattentipp: "I was dead for seven weeks in the city of angels" (2001).