FRAUEN-HANDBALL : Kleiner Kader, großes Abenteuer

FRAUEN-HANDBALL : Kleiner Kader, großes Abenteuer

WITTLICH. Wenn der Unterbau stimmt, dann kann im Normalfall nicht mehr viel schief gehen: Unter dieser Prämisse setzt die HSG Wittlich ihre konstante Verjüngung der ersten Frauen-Mannschaft fort. Erster Auftritt vor großem Publikum ist ein Einlagespiel beim "Stelioplast-Cup" gegen Dudelange.

Nach Platz drei in der Oberliga Rheinland hat die Mannschaft von Norbert Stelmach den Aufstieg in die Rheinland-Pfalz-Saar-Liga geschafft - als einziger Verein aus der Region. "Es ist gut und motivierend für die Spielerinnen, dass es endlich auch mal gegen andere Mannschaften geht", sieht Stelmach nicht nur eine sportliche Herausforderung in der neuen Liga: "In der RPS-Liga geht es ganz anders zur Sache. Da wird im Gegensatz zur Oberliga, wo es nur vier gute Teams gab, jedes Spiel eng. Das ist gut für die Entwicklung der Spielerinnen und positiv für die Zuschauer, die viel mehr spannende Spiele erleben werden." Ins "Abenteuer RPS-Liga" geht Stelmach allerdings mit einem kleinen Kader. Swantje Nabakowski (2. Mannschaft) und Hanne Haid (berufsbedingt nach Köln) haben die Mannschaft verlassen, bei Wiebke Scheler (gerade wieder zurück aus Australien) steht noch nicht fest, ob sie ins Ausland studieren geht. Das größte Fragezeichen steht allerdings hinter Marion Reufsteck, die sich einer Knie-Operation unterziehen muss. "Wir wissen nicht, ob sie noch einmal Handball spielen wird. Wenn sie zurück kommt, wird es allerdings noch einige Zeit dauern", sagt Stelmach, der bisher zwei Neuzugänge präsentieren kann: Vom Oberliga-Konkurrenten Igel kommt die Ex-"Mieze" Steffie Kickertz, aus Irmenach die Nachwuchsspielerin Sarah Keil. Und aus dem Hunsrück stößt auch wieder eine Spielerin zur HSG, die in Wittlicher Ober- und Regionalliga-Zeiten ihre Klasse unter Beweis stellte: Torfrau Astrid Christ. Allerdings wird sich ihr Comeback angesichts einer Operation noch bis Weihnachten verschieben. "Wir haben nun vier Torhüterinnen, und diese Konkurrenz belebt hoffentlich das Geschäft", meint Stelmach, der angesichts des kleinen Kaders auch kleine Brötchen bei der Zielvorgabe für die Premierensaison in der RPS-Liga macht: "Wir wollen frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Wenn wir am Ende auf einem guten Mittelfeldplatz stehen, ist das o.k." Doch mittelfristig wollen die Wittlicher in der länderübergreifenden Liga oben angreifen. Grundstock dafür sollen dann auch die erfolgreichen Nachwuchsspielerinnen sein. In der Vorsaison schied die HSG-A-Jugend als Staffelsieger in der Regionalliga-Meisterschaft gegen den späteren deutschen Meister TV Lützellinden aus - und sammelte parallel schon viel Spielpraxis in der Frauen-Oberliga-Mannschaft. "Wir wollen die A-Jugendlichen noch stärker integrieren. Sie sollen mit Doppelspielrecht in der Jugend und bei den Frauen auflaufen", sagt Stelmach, der aber auch Zurückhaltung üben wird: "Natürlich dürfen wir die Spielerinnen nicht verheizen." Daher steht er in engem Kontakt mit A-Jugend-Trainer Wolfgang Becker, um dies sicherzustellen. Daneben sind Mannschaftsbetreuerin Birgit Unger und Torwarttrainer Jürgen Unger weiter feste Größen in Stelmachs Trainerstab. Etwas zurückstecken muss Physiotherapeutin Silke Holzhäuser, die gerade ihre eigene Praxis eröffnet und nicht mehr an jedem Training und Spiel dabei sein kann. "Was sie geleistet hat, war eine optimale Rundum-Betreuung", lobt Stelmach, dessen Mannschaft seit Ende Juni in der Vorbereitung auf die am 17. September beginnende Saison steckt. Nach dem Beachhandball-Turnier in Irmenach und ausgiebigem Fitnesstest stehen derzeit drei Trainingseinheiten pro Woche an. Beim "Stelioplast"-Cup wird die HSG ein Einlagespiel gegen Dudelange (Luxemburg) bestreiten, dazu gibt es noch ein Trainingslager mit anschließendem Turnier in Zweibrücken. Dann soll das Team fit sein für die neue Liga. Und gleich im ersten Saisonspiel geht es gegen einen Großen des deutschen Handballs: Trainer des Premierengegners aus Mainz ist Vlado Stenzel, mit dem die deutschen Männer 1978 zum ersten und einzigen Mal Weltmeister wurden.