FUSSBALL-BEZIRKSLIGA: Dorfverein mit Dynamit

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BRUCH/GLADBACH. Die "Unabsteigbaren aus dem Heckenland". Diesen Titelunterstrich einmal mehr Bezirksligist SG Bruch, der zur Saisonhalbzeit auf Nichtabstiegskurs steuert.

Platz sechs nach der Vorrunde ist für die "Unabsteigbaren" von der SG Bruch eine guter Erfolg. Doch der Generationswechsel in der Mannschaft ist noch immer nicht ganz abgeschlossen - ganz sicher darf man sich also nicht sein. Michael Scholer trat am 1. Juli vergangenen Jahres das schwerste Erbe des Brucher Vereinsfußballs an. Er beerbte Altmeister Rudi Jung nach zwölf sehr erfolgreichen Spielzeiten als Übungsleiter. Dennoch zogen keine schwarze Wolken über dem Heckenland auf, weil die einst "Unabsteigbaren" aus Landesligazeiten auf Rang sechs überwintern. Trotz der Erfolge warnt Michael Scholer - selbst seit vielen Jahren Vollblutfußballer - vor übertriebenen Erwartungen und beschränkt sich auf das Wichtigste: den Klassenverbleib. Nach schwachem Start rissen sich die Brucher zusammen und legten sechs Wochen vor Weihnachten enorm an Fahrt zu. Sämtliche Partien wurden gewonnen, darunter auch gegen direkte Mitkonkurrenten wie Pölich. Der relativ kleine Kader spielte des öfteren am Limit, wuchs genau dann über sich hinaus, wenn es keiner erwartete. "Wir sind im Gros seit sieben Jahren zusammen. Das fördert das Spielverständnis und die Eingespieltheit. Außerdem hatten wir das Quäntchen Glück auch mal auf unserer Seite. Das große Stehvermögen besonders in den letzten zehn Minuten rettete uns so manchen Punkt oder gar den Sieg", beschreibt Scholer die Gründe für den soliden sechsten Platz. Über den Berg sind die Heckenländer jedoch keineswegs. "Wir wissen, dass der Abstand auf die Abstiegsplätze vergleichsweise gering ist, haben aber das Potenzial mit unserer Mischung aus Jung und Alt, auch in der nächsten Saison die Fans mit Bezirksliga-Fußball zu begeistern", gibt sich der neue Coach selbstbewusst.Gesunde Mischung aus Routiniers und Talenten

Neben Altmeister Berni Weirich, der immer noch in seiner Rolle als Edeljoker Tore am laufenden Band produziert, überzeugten vor allem die jungen Spieler. Neuzugang David Haag-Bull (kam von der DJK Trier-St. Matthias), Mathias Steffen oder Kapitän Jan Schmitt rüttelten die Etablierten wach. Sie ergänzen sich mit den Routiniers um Michael Urbild, Berni Weirich, Michael Scholer und Erwin Billen hervorragend. Hinzu kommt das Comeback von Thomas Messmer nach überstandenem Kreuzbandriss. Schwachstelle des Brucher Spiels ist das Defensivverhalten. Während es nach vorn ab ging wie die Post, kassierte der Abwehrverband 53 Tore - kaum ligatauglich. Mit der Einbindung von Messmer und flexiblerer Abwehrarbeit glaubt Scholer an eine Stabilisierung, die er bereits bei den ersten beiden Spielen in Wallenborn und gegen den VfL Trier erreichen will. Gelingen dort sechs Punkte, wären die Brucher fast über den Berg. Fazit: Rufen die Heckenländer ihr kämpferisches Potenzial und ihre vorbildliche Einstellung auch in der Rückrunde ab, sind sie auch im nächsten Jahr dabei. Die Testspiele gegen Pölich, Föhren, Lüxem und Altrich werden zudem Aufschlüsse über den konditionellen und spielerischen Zustand geben.

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