FUSSBALL-BEZIRKSLIGA: Von Sandburgen, Titelsammlungen und IT-Koordinatoren

FUSSBALL-BEZIRKSLIGA: Von Sandburgen, Titelsammlungen und IT-Koordinatoren

MORBACH. (mab) Trotz seiner erst 25 Jahre hat Matthias Ruf vom SV Morbach in seiner Fußballer-Laufbahn schon einiges erlebt. Was die Zukunft bringt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.

Es war einmal ein kleiner Steppke im Alter von sieben Jahren. Beim SV Longkamp hatte man gerade eine neue Jugendmannschaft gegründet und fuhr zu einem Turnier in Traben-Trarbach. Dort bekam die Mannschaft zwei mächtige Klatschen. Nur einen interessierte das höchstens am Rande: Matthias Ruf. Er setzte sich gemütlich an die Seite des Spielfeldes und begann fröhlich, Sandhäufchen aufzutürmen. "Was hätte ich denn machen sollen? Wir haben doch sowieso die Hucke voll bekommen? Außerdem wollte ich bestimmt nur den Ball zum Freistoß-Training höher legen", scherzt Ruf heute, fast zwei Jahrzehnte später über die Anfänge des Sports, der längst zu einer Leidenschaft geworden ist. Es ist auch kein Wunder, dass Ruf auf dem Platz nicht mehr ans Spielen im Sand denkt: "Mir blieb quasi nichts anderes übrig, als in die Fußstapfen meines Vaters Winfried zu treten." Schon der Vater war ein gefürchteter Stürmer im Fußballkreis (SV Longkamp, SpVgg Bernkastel-Kues) und bis zur D-Jugend auch Trainer des Sohnes. "Nach den Klatschen bei unserem ersten Turnier stellten sich schnell die ersten Erfolge ein. Wir wurden fast immer Staffelmeister, zum Kreismeister hat es aber leider nie gereicht", bedauert Matthias Ruf. In der C-Jugend kam dann der Wechsel zum SV Wittlich, mit dem er in den ältesten Jugend-Jahrgängen in der Rheinlandliga spielte. "Wir hatten damals eine richtig gute Mannschaft beisammen. Die Vize-Rheinlandmeisterschaft in der C-Jugend ist noch heute eines meiner schönsten Erlebnisse als Fußballer", erinnert sich der Longkamper an seine Jugendzeit. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen in der Jugend hielt Matthias Ruf den "Säubrennern" auch nach der Jugendzeit die Treue. "Ich wurde in meinem ersten Seniorenjahr gleich ins kalte Wasser geworfen. Wir spielten damals in der Landesliga und sind gleich in meinem ersten Jahr abgestiegen." Dennoch: "Im Nachhinein gesehen, hat mir dieses Jahr viel gebracht. Ich habe viel - und vor allem gegen sehr starke Gegner - gespielt. Ich habe nach meiner überaus erfolgreichen Jugendzeit erstmals eine sportlich schlechte Saison erfahren." Nach zwei durchschnittlichen Jahren in der Bezirksliga ("für mich persönlich genau die richtige Klasse") ging Ruf, der mittlerweile zum Wirtschaftsinformatik-Studium nach Trier gekommen war, auf große Wanderschaft. "Ich war ein Jahr in den USA. Diese Zeit hat mich auch persönlich unheimlich viel weiter gebracht. Das möchte ich sicher nicht missen." Wieder zurück in Deutschland entschied sich Ruf - der SV Wittlich war zwischenzeitlich in die A-Klasse abgerutscht - zu einem Wechsel zum SV Konz, den er jedoch nach nur einer Saison wieder verließ. "Ich bin dann zum SV Morbach gewechselt, weil ich da sportlich die bessere Perspektive gesehen habe. Außerdem kannte ich viele der heutigen SVM-Spieler noch aus Jugendzeiten, in denen wir uns immer heiße Duelle lieferten." Außerdem bedeutete der Wechsel einen "Schritt zurück in die Heimat", so der Longkamper. "Dieser Wechsel war für mich hervorragend. Ich wurde schon phantastisch von der Mannschaft empfangen und genieße die Atmosphäre im Verein." Mittlerweile hat sich Matthias Ruf als Mittelfeldspieler bei den Hunsrückern einen Namen gemacht. Ob er jedoch noch lange für den SV Morbach auf Torejagd geht, steht derzeit noch in den Sternen: "Mein Studium habe ich abgeschlossen. Wie es aussieht, werde ich einen Job als IT-Koordinator in Frankfurt annehmen", erklärt Ruf. "Sportlich gibt es nun mehrere Alternativen für mich. Der Verein hat mir mitgeteilt, dass er mich gerne halten würde, und ich würde auch gerne weiter machen. Es ist aber auch möglich, dass ich irgendwann im Raum Frankfurt einen Verein finde, wenn die Stadt über Kurz oder Lang mein Lebensmittelpunkt wird. Ich würde aber gerne noch ein bisschen in diesem Klasse-Team spielen."