FUSSBALL : Ein Kaninchen der Funktionäre

FUSSBALL : Ein Kaninchen der Funktionäre

TRIER. Gute Nachricht für die A-Liga-Zweiten und die gefährdeten Bezirksliga-Teams: Unter Umständen gibt es doch noch eine Relegationsrunde. Was in der Winterpause absolut ausgeschlossen wurde, ist nun wieder möglich. Am 2. Mai legte der Verbandsausschuss diesen neuen Modus fest.

Die Diskussionen haben sich lange um einen lediglich theoretischen Fall gedreht. Eine ganze Reihe an "Wenns" und Konjunktiv-Sätzen müssen aneinander gereiht werden, um ihn herzustellen - und ein Blick in einige höhere Spielklassen. Erstens darf aus der Oberliga kein Rheinlandliga-Team absteigen (beziehungsweise nur die SpVgg Wirges, wenn sich gleichzeitig die Reserve von Wirges in der Rheinlandliga sportlich den Klassenerhalt sichert). Zweitens darf aus der Rheinlandliga außer dem SV Klausen, der seine Mannschaft in der laufenden Saison bereits frühzeitig zurückgezogen hatte, keine weitere Mannschaft aus dem Fußballbezirk West aus der Rheinlandliga absteigen. Drittens darf der SV Klausen nicht für die Bezirksliga melden. Und viertens muss die dann auszutragende Relegationsrunde zwischen dem besten Rheinlandliga-Absteiger und den drei Bezirksliga-Zweiten von der Mannschaft der Bezirksliga West (momentan der SV Mehring) gewonnen werden. Was passiert, wenn diese vier Bedingungen eintreffen? In der Winterpause war die Antwort auf diese Frage eindeutig. Keine Relegation, stattdessen eine Bezirksliga-Saison 2005/06 mit nur 15 Mannschaften. Betroffene Trainer wie Peter Schuh von der SG Irsch (Kreis Trier-Saarburg) seufzten: "Schade, dass der A-Liga-Zweite unter keinen Umständen aufsteigt." Bei der Bezirkstagung am 13. Januar erklärten die verantwortlichen Funktionäre um Staffelleiter Rudi Klingmann auf Nachfrage von Vereinsvertretern, dass es in besagtem Fall eine 15er-Staffel geben würde. Und auch in einem TV-Artikel vom 28. Januar bestätigten die Verantwortlichen diese Regelung. "Es steigen auf jeden Fall vier Mannschaften ab", hieß es damals. Viele betroffene Klubs schimpften darüber, dass nun in einem Rutsch die Liga von 18 auf 15 Teams reduziert würde. Doch nun, wo das Inkrafttreten der vier Bedingungen im Bereich des Möglichen ist (Klausen hat bereits verzichtet und tritt im kommenden Jahr in der C-Liga an), müssen die Rechenschieber neu justiert werden. Denn auf einer Sitzung am 2. Mai hat der Verbandsausschuss zu diesem Sachverhalt folgendes beschlossen: Treten die vier oben genannten Punkte in Kraft, gibt es doch eine Relegationsrunde zwischen dem Bezirksliga-15. und den drei A-Liga-Zweiten. "Wenn es in der Bezirksliga einen freien Platz gibt, findet eine Relegationsrunde statt", bestätigt Staffelleiter Klingmann. In der Spielordnung heißt es zu diesem Thema unter Paragraph sieben generell: "Freie Plätze für das nächste Spieljahr werden auf dem Wege der Qualifikation ermittelt." Die Rheinland-/Bezirksliga sowie die Bezirksliga-/A-Ligen-Relegationen (je eine in West, Mitte, Ost) würden zeitgleich ausgetragen werden, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Mindestens zwei der drei Bezirksliga-Relegation wären je nach Rheinlandliga-Aufsteiger aber umsonst. Von diesem "Kaninchen" der Funktionäre profitieren neben den noch gefährdeten Bezirksliga-Klubs vor allem drei Teams: die SG Osburg (Kreisliga A Trier/Saarburg), Bitburg (Kreisliga A Eifel) sowie Niederkail (Kreisliga A Mosel), wobei im letzten Fall noch das Urteil über die Wertung des Spiels zwischen Morbach II und Niederkail abzuwarten ist. Diese drei Teams müssen sich also darauf einstellen, nach vierwöchiger Pause wieder den Wettkampfbetrieb aufnehmen zu müssen. Osburgs Trainer Michael Wagner erklärte gegenüber dem TV: "Wir waren immer davon ausgegangen, dass der Zweite nicht aufsteigt. Ich hatte deswegen nach unserem letzten Spieltag den Trainingsbetrieb auch eingestellt. Dann erzählt mir unser zweiter Vorsitzender von dieser Regelung. Wenn die Relegation schlecht läuft, war das alles umsonst. Und wenn's gut läuft, wo bleibt dann die Regeneration? Ich finde, dieses Reglement muss geändert werden."