Große Leere ­ Neuanfang

TRIER. (gsb) Viele Leser nutzten den kostenlosen Service des TV , bei der Telefonaktion zum Thema "Trennung und Scheidung" fachlichen Rat zu erhalten. Die meisten Anrufe kamen von Frauen aus dem ländlichen Umland. Hier die Antworten der Experten auf wichtige Fragen.

Wie kann das geschiedene Paar für seine Kinder Eltern bleiben, ohne dass die Kinder unter Loyalitätskonflikten leiden? Mann oder Frau sollten das Kind nach dem Besuchswochenende beim Ex-Partner nicht ausfragen. Wenn sie sich gegenseitig mit Wochenend-Aktionen oder Geschenken übertrumpfen, führt das nur zu Auseinandersetzungen der Eltern. Am besten setzen sich die Eltern zusammen und planen gemeinsam, um nicht in Konkurrenz untereinander zu treten. Auch in Hinblick auf eine Kommunionsfeier ist gemeinsames Aushandeln gefragt, wer eingeladen wird. Großeltern und Eltern sollten zum Wohl des Kindes ihren Streit zurück stellen. Wie bekomme ich Kindesunterhalt und in welcher Höhe? Der Kindesunterhalt richtet sich nach der so genannten "Düsseldorfer Tabelle". Sie ist im Internet oder in der Literatur einzusehen oder bei Jugendämtern zu erfragen, die auch beraten. Die Höhe des Kindesunterhaltes bemisst sich nach den Einkommensverhältnissen des nicht betreuenden Elternteiles. Der Anspruch auf Kindesunterhalt muss ­ möglichst schriftlich ­ geltend gemacht werden. Hierbei helfen Anwälte oder Jugendämter. Für den Fall, dass kein Unterhalt gezahlt wird, kann für Kinder unter zwölf Jahren ein Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt beantragt werden. Wenn die Kinder am Wochenende bei meinem Ex-Mann zu Besuch sind, fühle ich mich überall wie ein "fünftes Rad am Wagen". Nach der Trennung ist es wichtig, neue Kontakte mit Gleichgesinnten zu schließen. Hilfreich ist es, sich in Gruppen zu treffen oder Angebote für allein Erziehende wahrzunehmen. Betroffene sollten sich klar machen, dass sie mit ihrer momentan schwierigen Lebenssituation nicht allein stehen. Eine Trennung bietet auch die Möglichkeit, "Altlasten" abzuwerfen. Mein Kind wirft mir vor, Schuld daran zu sein, dass es keinen Papa mehr hat. Eltern müssen die Wut oder Trauer des Kindes ernst nehmen und mit ihm altersgemäß über die Gründe der Scheidung sprechen. Sie sollten versuchen, die Enttäuschung des Kindes zu verstehen.