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HANDBALL: Professionelle Sandkastenspiele

HANDBALL: Professionelle Sandkastenspiele

IRMENACH. Jubiläum auf dem Hunsrück-Strand: Zum zehnten Mal veranstaltet der TuS Irmenach-Beuren am Wochenende ein DHB-Beach-Handball-Masters. 20 Männer- und 20 Frauen-Teams kämpfen auf zwei Plätzen um die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft.

Es war ein regnerisches Wochenende auf den Höhen des Hunsrücks, der Wind pfiff den Spielern um die Ohren - doch das richtige Copacabana-Flair stellte sich schnell ein. 1997 hatte der TuS Irmenach-Beuren im wahrsten Sinne des Wortes sandiges Neuland betreten. "Beach-Handball - wie soll denn das funktionieren?" hatten sich viele gefragt, als die Hunsrück-Handballer tonnenweise Sand ankarrten, um die erste Beach-Handball-Anlage der Region zu installieren. Als Pendant zur Trendsportart Beach-Volleyball sollte die Spaß-Variante die Sommerpause der ansonsten in der Halle tätigen Ballwerfer verkürzen. Mittlerweile wurde - nicht nur in Irmenach - aus Spaß Ernst. Szene spezialisiert sich auf Sommer-Variante

Hatten 1997 die meisten Mannschaften den ersten Kontakt zu Sand-Handball, hat sich mittlerweile eine fast schon professionelle Szene herauskristallisiert, die sich auf die Sommer-Variante spezialisiert hat. Schon vor neun Jahren zählten die Irmenacher als einziges Turnier in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zur exklusiven Masters-Serie des Deutschen Handball-Bunds. In diesen Turnieren werden - mittlerweile durch ein kompliziertes Punktesystem - die Teams ermittelt, die an den Deutschen Beach-Meisterschaften teilnehmen, und aus denen sich die deutsche Nationalmannschaft rekrutiert. Dass bei der Premiere 1997 die Hunsrück-HSG aus Irmenach, Kleinich und umliegenden Dörfern gewann, war kein Wunder - sie waren mit die einzigen, die schon im Sand trainiert hatten. An diesem Wochenende ist es in Irmenach wieder so weit - und die Hunsrücker können ein Jubiläum feiern: Zum zehnten Mal in Folge wird auf den mittlerweile zwei Beach-Plätzen am Irmenacher Sportplatz ein DHB-Masters ausgespielt. Dabei hatte es der rührige und nicht nur im Beach-Handball äußerst engagierte Verein nicht leicht, sich gegen die Konkurrenzturniere - teilweise in Großstädten oder auf echtem Sand - durchzusetzen. "Aber die Vereine, die seit Jahren bei uns spielen, haben unser Turnier wegen der professionellen Organisation und der tollen Partystimmung immer wieder beim DHB gelobt - und der Verband hat uns erneut mit der Ausrichtung betraut", freut sich Organisationsleiter Bernd Kirst vom TuS Irmenach-Beuren. Doch die Regeln und Bestimmung wurden immer härter: Auch weil Deutschland in diesem Jahr erstmals Gastgeber der Beach-Handball-Europameisterschaft ist, sollen an den Masters-Turnieren vorrangig Teams teilnehmen, die dann auch bei der DM starten wollen - die reine Spaßgesellschaft ist den leistungssport-orientierten Mannschaften gewichen. "Aber um die vielen Mannschaften aus der Region nicht zu verlieren, die seit Jahren bei uns spielen, haben wir ein Fun-Turnier auf dem Hartplatz ins Programm integriert", sagt Kirst. Um den Titel in Irmenach bewerben sich zahlreiche illustre Mannschaften - bei den Männern zum Beispiel die Sandmans aus Leverkusen oder das Xuxu-Team aus Wesel, die beide schon bei der DM für Furore sorgten. Topstars bei den Frauen sind die Sandgirls aus Dortmund (mehrfache deutsche Meister), in deren Reihen mit Franziska Heinz sogar eine waschechte Hallenhandball-Weltmeisterin aufläuft. Aus der Region sind am Start: Männer: HSG Irmenach-Kleinich/Horbruch, Dos Granatos (Horbruch), Peter Perversi (Saarburg), HSG Wittlich.Frauen: Sandhoppers Mertesdorf/Ruwertal, Las Chicas (Trier), HSG Wittlich, Tutti Frutti (Schweich) sowie zwei Teams der HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch.Programm: Freitag, 30. Juni, 18 Uhr: Turnier der Dorfmannschaften, danach Gruppenauslosung Beach-Masters und Party mit "DJ Andreas". Samstag, 1. Juli, ab 9 Uhr: Vorrunde Masters sowie ab 14 Uhr Fun-Turnier, abends MIxery-Beach-Party im Zelt.Sonntag, 2. Juli: 9 Uhr: Zwischenrunde, ab 12 Uhr: Halbfinals und Endspiele.