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Herzschlagfinale und "Jahrhundertspiel"

Herzschlagfinale und "Jahrhundertspiel"

Es war ein Finale furioso: Erst das letzte Spiel der Saison 2006/2007 brachte Klarheit über den neuen Aufsteiger in die Kreisliga A. Vor der Rekordkulisse von rund 2000 Zuschauern, die noch über Jahre Bestand haben wird, katapultierte sich der TuS Platten in allerletzter Sekunde in die Kreisliga A, während für die Kicker des SV Rot-Weiß Türkgücü der Hoffnungslauf mit der Relegation begonnen hat.

Wittlich. Der TuS Platten und Türkgücü Wittlich waren in dieser Saison der Kreisliga B II so dominant, dass sie die übrige Konkurrenz um "Längen", sprich um 20 Punkte, deklassiert haben. Nach zweijähriger Abstinenz wird der TuS Platten in der nächsten Saison die A-Liga beleben. Der TuS war über die gesamte Saison hinweg das homogenste Team mit dem aggressivsten Angriff. Fast hätten sie die 100 Treffer vollgemacht (96 Tore). Es ist kein Wunder, dass auch der treffsicherste Stürmer aus dem "Plattener Talenteschuppen" kommt. Dennis Schwab ließ es 32 Mal im gegnerischen Kasten klingeln, verwies den lange führenden Liesertaler Rüdiger Lang mit 26 Toren auf Platz zwei. Mit Türkgücü Wittlich stand am Ende eine Mannschaft auf Rang zwei, die kaum einer auf der Rechnung hatte. In den vergangenen Jahren war der SV die "graue Maus" der Liga, doch in diesem Jahr entfachte der deutsch-türkische Kultverein eine Leidenschaft und eine Spielfreude, die zwangsläufig zum Erfolg führen musste. Enttäuschend war dagegen das Auftreten der ambitionierten Landscheider, die mit 22 Zählern Abstand auf Platz drei landeten. Die Misere der Landscheider konnten auch nicht die 18 Tore ihres Spielertrainers Thomas Schäfer verhindern, der in der Torschützenliste mit dem Altricher Michael Faber auf Platz drei kam. Mit der SpVgg Minderlittgen/Hupperath (Platz fünf), dem SV Dreis (Achter), dem SV Lüxem II (10.) und dem SV Bettenfeld (11.) lagen vier Teams im Soll. Positiv anzumerken ist die erstaunlich gute Saison der SG Liesertal mit Trainer Günther Schäfer, der auf Rang vier landete, und bei der Rüdiger Lang die Hälfte aller Tore im Alleingang beisteuerte. Mit den Reserveteams aus Buchholz und Hetzerath hatten zwei Mannschaften aus dem "Niemandsland" nie mit dem Abstiegskampf etwas zu tun und überzeugten durch teilweise guten Offensivfußball. Die Gebeutelten der Saison schlechthin kommen aus Kinderbeuern und Kröv. Die einstigen Fußball-Hochburgen mussten unterschiedliche Gründe den Vortritt lassen. Mit der SG Altrich rettete sich ein weiterer Traditionsverein in allerletzter Sekunde vor dem lange Zeit drohenden Abstieg, da der andere Drittletzte, der FC Bischofsdhron, in einem "Ligaverbleib-Finale" bezwungen wurde. Für eine Reihe von Talenten war die zurückliegende Saison ein Sprungbrett nach oben. Junge Spieler wie Dennis Schwab, Dominik Klein, Christian Reuter vom TuS Platten, Eydin Ereskici und Özgür Altiparmak von Türkgücü oder Toni Förster und Michael Rohe drücken schon jetzt ihren Vereinen den berühmten Stempel auf. Das Spielniveau ist leicht angestiegen, da mehr Mannschaften einen offensiveren Stil pflegen. Ehemalige A-Jugendspieler integrierten sich fast ausnahmslos gut in ihre Klubs. Nicht nur wegen der 2000 Zuschauer beim Saison-Finale in Wittlich stieg die durchschnittliche Zuschauerzahl auf 150 pro Spiel, denn ein Aufwärtstrend war auf fast allen Sportplätzen zu sehen.