Heute: Abendkleidung

Heute: Abendkleidung

Mein Sohn erhielt eine Einladung mit dem Vermerk: "festliche Abendkleidung". Was soll er am besten tragen, damit er diesen Abend als Einstieg in die "gute Gesellschaft" genießen kann? Solche Kleidervermerke werte ich als fürsorglich.

Zuweilen finde ich auch so verwirrende Formulierungen wie "Abendgarderobe", "dunkler Anzug/kurzes Kleid" oder eben auch häufig die "festliche Abendkleidung" auf Einladungen. Gut gemeint und sicher der Vielfalt der geladenen Gäste geschuldet war sicher auch der Kleidervermerk auf der Einladung des Bundespräsidenten und seiner Frau Christina Rau zum jährlichen Sommerfest im Park von Schloss Bellevue: "Sommerliche Kleidung/Nationaltracht". Da kamen die einen ganz leger in Jeans und T-Shirt, und die anderen machen sich mit dem langen Abendkleid fein. Nur die, die sich für den Mittelweg entschieden, fühlten sich wahrscheinlich wohl. Verantwortlich ist dafür immer der Gastgeber. Also fragen Sie den Gastgeber einfach, wenn Sie mit dem Kleidervermerk nicht zurechtkommen. Denn zu leger ist peinlich und zu fein noch peinlicher. Korrekte Kleidervermerke sind nach wie vor nur die Bezeichnungen "dunkler Anzug", "Smoking" oder "Frack". Aus diesem Dress-Code geht auch für die Dame hervor, wie sie zu diesem Anlass passend gekleidet ist. Ihre Salka Schwarz, Trainerin für moderne Umgangsformen www.stil-kunde.com Haben auch Sie Fragen zu Stil, Etikette und Benehmen? Mailen Sie uns: familie@volksfreund.de