1. Archiv

Heute: Amuse-Gueule-Menü

Heute: Amuse-Gueule-Menü

"In manchen Restaurants wird ein Amuse-Gueule-Menü serviert. Was ist das?" Ein Amuse-Gueule ist ein Gruß aus der Küche, welcher häufig in der Top-Gastronomie vor oder während des eigentlichen Menüs serviert wird.

Der Gast hat diese leckere Kleinigkeit nicht bestellt und findet sie auch nicht später auf seiner Rechnung. Ganz anders verhält es sich jedoch mit dem Amuse-Gueule-Menü. Zugegeben ist dies auch noch eine äußerst seltene Menü-Form, dessen Name noch nicht einmal überall in der Gastronomie bekannt ist, da diese fantasievolle Kreation nur wenige Küchenchefs und Maîtres überhaupt anbieten. Dabei wird das gesamte Menü aus vielen "Appetithappen" zusammengestellt, wobei das charakteristische eines Amuse-Gueule dabei erhalten bleibt: Es wird mit nur einem Besteckteil oder mit den Fingern gegessen, und jede Speise wird als Mini-Portion angeboten. Infolgedessen besteht ein solches Menü aus sehr vielen Gängen, zwischen zwölf bis 20 sind problemlos zu genießen. Dennoch wird zumeist die Folge der Speisen dem Aufbau eines klassischen Menüs angepasst und nur besonders innovative Küchenchefs sagen, dies sei nicht nötig. Somit ist auch eine phantasievolle Komposition aus kalten und warmen Kleinigkeiten, Fisch-, Fleisch- oder vegetarischen Gerichten denkbar. Dann sollten indes stark gewürzte Speisen nicht vor "sanfteren" serviert werden und Desserts (Käse, Süßes) wie üblich den Schluss bilden. Für ein Amuse-Gueule-Menü wird zudem nicht eine komplett gedeckte Tafel benötigt, weil jeweils nur - wenn überhaupt - ein Besteckteil pro Gang gebraucht wird. Somit können viele Gäste sogar auf relativ kleinem Raum bewirtet werden. Wenn Sie nun in Gastronomie ein Amuse-Gueule-Menü bestellen wollen, um Ihre Gäste mit einer solch außergewöhnlichen Bewirtungsform zu verwöhnen, bedenken Sie bitte, dass nur Spitzenköche genug Erfahrung mit einem Amuse-Gueule-Menü haben. Damit ersparen Sie sich größere Enttäuschungen. Und überlassen Sie dann diesen "Künstlern" am besten das Kreieren der einzelnen Gänge. Ein Chef de Cuisine fühlt sich schnell brüskiert, wenn Laien ihm - gerade bei einer solchen Besonderheit - mit Rat und Tat beiseite stehen wollen. Ihre Salka Schwarz Repräsentationstrainerin für moderne Umgangsformen www.stil-kunde.com Haben auch Sie Fragen zu Stil und Etikette? Mailen Sie uns: familie@volksfreund.de