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Heute: Der Einfluss der 68er

Heute: Der Einfluss der 68er

Welchen Einfluss hatte die 68er-Generation auf unsere heutigen Umgangsformen? 100 Jahre nach Dandytum und Dandyismus: Die so genannte 68er-Generation in Deutschland provozierte mit langen Haaren, Kleidung, Lebensstil und ihrer Musik gegen Konventionen und steife Etiketteregeln der 50er-Jahre. Sie war gegen Autoritätshörigkeit und erzog ihre Kinder oft antiautoritär.

Seit dieser Zeit ist vieles in Vergessenheit geraten. Zwar ist unsere Gesellschaftsstruktur dank der 68er-Generation demokratischer geworden; andererseits wurden in dieser Zeit sinnvolle und wichtige Höflichkeitsgesten, die Respekt und Achtung vor dem anderen ausdrücken, über Bord geworfen. Im Ergebnis ist fast eine ganze Generation junger Menschen erzogen worden, die diese Regeln zum Teil gar nicht kennt, heute aber längst selbst Eltern sind. Viele dieser jungen Menschen wünschen sich sogar Regeln, weil sie wissen und erfahren haben, dass die Unkenntnis dieser Höflichkeitsformen als Respektlosigkeit erlebt wird. Ferner sind unsere Umgangsformen nun keine steifen Anstandsregeln mehr, sondern sind variabel und oft situationsgebunden. Das macht es gleichzeitig komplizierter. Wir müssen auf ein ganzes Repertoire an Verhaltensweisen zurückgreifen, um den richtigen Ton des Augenblicks zu treffen. Hinzu kommt ein ganzes Verhaltenskonglomerat aus den Forderungen der politischen Korrektheit, feministischen Sprach- und Verhaltenserwartungen, Firmenideologien und zunehmend wichtiger werdenden interkulturellen Kompetenzen. Ihre Salka Schwarz www.stil-kunde.com Haben auch Sie Fragen zu Stil und Etikette? Mailen Sie uns: familie@volksfreund.de