Heute: Tischmanieren lernen

Heute: Tischmanieren lernen

Meine Enkeltochter ist acht Jahre alt und hat keine Manieren - besonders beim Essen. Was kann ich da machen? Eine "gute Kinderstube" ist wichtig und durchaus zeitgemäß. Gewiss meine ich das nicht nur auf die Benimmregeln bezogen, denn Kinder benötigen neben den elementaren Dingen vor allem Bildung, Zuwendung und Grenzen!

Das gilt für alle Lebensbereiche gleichermaßen und für die Umgangsformen im Speziellen. Dabei ist die Vorbildfunktion unseres Verhaltens entscheidend, Kinder sollten gutes Benehmen darüber hinaus als angenehm empfinden - nicht als Zwang. Auf die Umgangsformen bezogen bedeutet Bildung: Wissen vermitteln (theoretisches und praktisches Wissen); Zuwendung (Werte vermitteln, besonders Leistungswerte, soziale Werte, Kommunikationswerte, ethische Werte) und Grenzen (Verhalten korrigieren; das Kind da "abholen", wo es gerade in seiner Entwicklung steht, Ziele setzen, altersgerechte Strategien auswählen, Erfolge feiern). Ermahnungen und Gängeleien wirken vielleicht kurzfristig, sie führen aber nicht dazu, dass Menschen es schön finden, sich gut zu benehmen. Das aber wünschen Sie sich von Ihrer Enkeltochter und Sie erreichen das - glaube ich - eher, wenn Sie langfristig auf Erfolge aus sind, nicht nur bei Tisch. Gleichwohl ist das zweifelsohne sehr, sehr wichtig. Lassen Sie sich, beispielsweise beim Tischdecken, unbedingt von Ihrer Enkeltochter helfen. Seien Sie hauptsächlich Vorbild und sagen Sie ihr, wie schön es ist, gemeinsam an einem stilvoll gedeckten Tisch zu essen. Nehmen Sie sich dafür Zeit, kleiden Sie sich für jedes Essen angemessen, stellen Sie eine Vase mit frischen Blumen oder eine Kerze auf den Tisch, und führen Sie eine gepflegte Unterhaltung mit dem Kind. Hören Sie zu! In einer solchen Atmosphäre fällt es schwerer, sich über den Tisch zu lümmeln. Und geben Sie nicht auf, wenn es nicht gleich funktioniert. Ihre Salka Schwarz www.stil-kunde.com Haben auch Sie Fragen zu Stil und Etikette? Mailen Sie uns: familie@volksfreund.de