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Im Polo auf der Überholspur

Im Polo auf der Überholspur

TRIER. Nummer eins in den Single-Charts - und schon sind sie in Trier: Die aus der "Popstars"-Show hervorgegangene Band "nu Pagadi" war zu Besuch im Studio von "Radio in Trier".

Kris, Doreen, Markus und Pat (von links) von "nu Pagadi" im Studio von "Radio in Trier". Fotos Wolfgang Lenders

Eigentlich sehen sie doch ganz normal aus: Sie stehen an den Mikros im Studio von "Radio in Trier" und albern herum. Sie, das sind die Vier von "nu Pagadi": Kris, Doreen, Markus und Pat.

Im Radio läuft gerade "Sweetest Poison", der Titel, mit dem die vier "Popstars"-Gewinner Anfang dieser Woche auf Platz eins der deutschen Single-Charts landeten. Trickfilm als Namensgeber

Doreen geht eine Cola holen. "Noch 50 Sekunden." Moderatorin Steffi Stronczyk mahnt zur Eile. Doreen kommt zurück. Kurz darauf leuchtet das rote Warnlicht über der Tür zum Sendestudio. Und da werden die Vier ganz schnell zu Profis. Was der Name "nu Pagadi" bedeutet, will Moderatorin Steffi wissen. Das ist natürlich keine Frage für echte Fans, aber Patrick erklärt es trotzdem: Der Name spiele auf einen russischen Trickfilm an und bedeute in etwa: "Na wartet, wir kriegen euch." "Kriegen" will die Band die Hörer - mit einer Musik, die für die Casting-Show eher ungewöhnlich ist. Dazu Kris: "Wir machen nicht die typische Musik, die bisher entstanden ist bei "Popstars". Wir gehen in eine andere Richtung, und wir tragen auch andere Klamotten." Trotzdem, das Image der Vier hat die Sendung aufgebaut - und das nicht immer nach den Wünschen der Musiker. Doreen etwa war des Öfteren mit Tränen in den Augen zu sehen. Stört sie das Image als Heulsuse? "Es hat mich zwar weitergebracht, andererseits war es so, dass alle geheult haben", erzählt sie. "Aber bei mir sah das am bescheuertesten aus, und ich hab ‘nen Stempel auf die Stirn bekommen. Dann wurde immer gefilmt, wenn ich geheult habe." Nach der Sendung bei "Radio in Trier" erzählen die Vier ein bisschen mehr von sich. Vor einem halben Jahr noch kannte Kris, Doreen, Markus und Pat noch kein Mensch. "Ein Auftritt in einer kleinen Kneipe - was anderes habe ich vor einem Jahr nicht bekommen", sagt Kris. Der Aufstieg von "nu Pagadi" war rasant. Doch wird sich die Band "ganz oben" halten können? "Wir sind grad mit dem Polo auf der Überholspur", sagt Markus. "Wir müssen uns auch überlegen, was ist, wenn wir wieder nach rechts rüberziehen müssen." Dass sie weitermachen wollen, ist für alle ganz klar. Pat: "Wir können gar nichts anderes, als Mucke machen." Das sieht auch Doreen so: "‚nu Pagadi' wird es länger als ein halbes Jahr geben. Wir haben Bock." Die nächste Bewährungsprobe wartet am 3. Januar auf die Band. Dann erscheint ihr Album "Your dark side". Bevor sie sich auf den Weg zum nächsten Termin machen, dürfen die Vier noch den "Praktikanten" des Senders, Sebastian Winthang, quälen. Was immer sich im Kühlschrank findet, kommt in einen Shaker - Sebastian muss es trinken. Maggi, Glühwein, Martini, Cherry, Tomatenmark, Senf, Chilisoße und Wodka enthält das Gebräu am Ende. "Ihr habt gerade einen Fan verloren", sagt Sebastian und kippt die Brühe runter. Vor der Tür des Senders warten die Fans und wollen Autogramme. Ein Mädchen hält Kris einen Stoffbeutel zum Unterschreiben hin. Sie geht in die Knie - und unterschreibt. Dann wartet der nächste Termin - in Frankfurt. "Das schaffe ich niemals", stöhnt der Fahrer.