1. Archiv

In der Online-Welt gibt es keine Atempause

In der Online-Welt gibt es keine Atempause

Die Welt der Nachrichten schläft nie und ein Online-Redakteur des TV nur kurz. Um sechs Uhr morgens beginnt der Dienst von Miguel Castro. Lange bevor die Kollegen der gedruckten Tageszeitung ihren Arbeitstag starten, beginnen Onliner wie Castro damit, Nachrichten auszuwählen, zu gewichten und auf volksfreund.de zu präsentieren.

Dienstagmorgen, kurz vor sechs Uhr. Miguel Castro, Redakteur und Familienvater, ist kurze Nächte gewohnt. Die TV-Redaktion im ersten Stock des Verlagsgebäudes in der Hanns-Martin- Schleyer-Straße ist noch dunkel und leer, als Castro den Rechner anwirft. Sein Kontakt zu den Lesern von volksfreund.de ist unmittelbar. Was er mit den Kollegen Roland Grün und Joachim Engbrocks am Online- Tisch entscheidet, sieht die Welt einen Herzschlag später im großen Netz.

Was kommt auf die "Home" - die Startseite, die jeder zuerst sieht, wenn er im Browser http://www.volksfreund.de eintippt? Castro entscheidet mit, welche der regionalen, nationalen und internationalen Nachrichten so wichtig ist, dass sie den prominentesten Platz im elektronischen TV verdient. "Als Internetseite einer regionalen Zeitung liegen die Schwerpunkte bei den regionalen Themen", sagt Castro. "Hier werden wir von den Reporter- Teams Trier, Mosel und Eifel mit aktuellen Meldungen und Nachrichten beliefert."

Castro sichtet die Meldungen der Reporter und platziert sie auf der volksfreund.de-Startseite. Die Bandbreite der Meldungen reicht von der Diskussion um die umstrittene Freibad-Sanierung im Trierer Stadtrat bis zur Warnung vor einer großen Baustelle und dem zu erwartenden Mega- Stau in der Innenstadt. "Wer morgens vor dem Start in den Arbeitstag volksfreund.de anklickt, soll sofort auf die Themen stoßen, die ihn betreffen und interessieren", sagt Castro.

Diese Gewichtung ist kein leichter Job. Während Großereignissen wie der Fußball-WM in Südafrika richten sich alle Augen auf die Spiele, die Akteure, die Dramen und Triumphe. Das prägt dann auch die "Home". Das Online-Team muss dieses Interesse bedienen und gleichzeitig die Region genau im Auge behalten. Räumliche Nähe oder weltpolitische Relevanz? "Wir müssen oft schnell entscheiden", betont Castro. "Die Startseite ist schließlich unser Schaufenster. Die Themenmischung soll Lust auf mehr machen."

Mittlerweile regt sich Leben im Redaktions-Großraumbüro, dem Herz der Volksfreund-Produktion. Die Macherteams der einzelnen Lokalausgaben beginnen mit der Produktion ihrer Seiten. Was läuft über die Deutsche Presse- Agentur (dpa) ein, was geschieht gerade, was muss morgen in die Zeitung und jetzt sofort auf volksfreund.de? Die Onliner sind ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses.

"Es kann durchaus hektisch werden, aber das gehört zum Geschäft", sagt Castro. "Manchmal müssen wir sehr schnell reagieren." Horst Köhler tritt mit sofortiger Wirkung vom Amt des Bundespräsidenten zurück, Michael Ballack kann wegen einer Verletzung nicht mit zur Fußball-WM nach Südafrika, Michael Schumacher fährt wieder in der Formel 1 - die erste Dienstleistung, die das Medienhaus Trierischer Volksfreund in all diesen Fällen seinen Lesern und Kunden präsentiert, findet im Internet statt und läuft über den Tisch der Onliner.

Auch im regionalen Nachrichtengeschäft wissen die Onliner nie, was im nächsten Moment auf sie zukommen kann. Wenn einer der TV-Reporter zwischen Daun und Saarburg auf eine brandheiße Nachricht stößt, besteht seine erste Reaktion darin, eine schnelle Meldung an die Onliner zu schicken. Vom schweren Unfall über ein wichtiges Bauprojekt bis zum plötzlichen Rücktritt eines Bürgermeisters - die Nachricht muss so schnell wie möglich auf volksfreund.de stehen.

Neben der Themenauswahl und -gewichtung entscheiden Castro, Grün und Engbrocks über die Art der Präsentation. Bei welchem Thema lohnt es sich, eine Umfrage zu machen? Welches Thema hat eine Fotostrecke oder ein Video verdient? "Multimediales Arbeiten" nennt Castro das. Außerdem kümmern sich die Online- Redakteure um Infografiken und Themenpakete, die ihren Platz im Internet finden sollen.

Der Arbeitstag der Onliner, den sie sich im Schichtbetrieb teilen, dauert von 6 bis 21 Uhr, doch das ist oft ein theoretischer Wert. "Wenn die Situation es erfordert, sind wir und unsere Kollegen in der Redaktion jederzeit im Einsatz", sagt Castro. Denn die Welt der Nachrichten schläft nie. Jörg Pistorius

EXTRA
Jubiläum im Netz


Das bietet volksfreund.de: Neben der gedruckten Jubiläumsausgabe, die Sie gerade in Händen halten, hat die Redaktion auch ein Online- Special zum 135-jährigen Bestehen des Trierischen Volksfreunds erarbeitet. Dort können Sie nicht nur die Artikel dieser Sonderbeilage einzeln nachlesen, sondern auch bequem in einem interaktiven E-Book blättern. Doch damit nicht genug: volksfreund.de eröffnet seinen Lesern weitere Möglichkeiten, sich über das Jubiläum zu informieren: Zum Beispiel ein Quiz, mit dem Sie Ihr Wissen über den Trierischen Volksfreund testen können. volksfreund.de hat außerdem Menschen in der Region befragt, welche Kindheitserinnerungen sie mit dem Trierischen Volksfreund verknüpfen. Hören Sie online, was die Menschen sagen. In Videos erfahren Sie mehr über die Herstellung des Trierischen Volksfreunds und wie die Zeitung jeden Morgen in Ihren Briefkasten gelangt. Außerdem gibt es Jubiläums-Gewinnspiele, Aboangebote und mehr. Schauen Sie rein: http://www.volksfreund.de/135jahre