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"Jawoll, wir brauchen den Volksfreund"

"Jawoll, wir brauchen den Volksfreund"

Jeder liest die Zeitung auf seine Weise. Unsere Reporterin durfte dem 76-jährigen Trierer Stadtführer Albert Minas und seiner Frau Therese dabei über die Schulter schauen und erstaunt feststellen: Sie fangen beim Lesen immer von hinten an.

Ein Garten in Trier-Süd. Vögel zwitschern, ein Brunnen plätschert, und nichts in der von Mauern umschlossenen Oase erinnert daran, dass sie mitten in der Stadt liegt. Albert und Therese Minas haben es sich in ihrem Garten zum Frühstück im Schatten eines Birnbaums gemütlich gemacht. Auf dem Tisch liegt zwischen ihnen ein Exemplar des Trierischen Volksfreunds. So wie an fast jedem Morgen in den vergangenen 50 Jahren.

Der einzige Unterschied zu sonst ist: Der Volksfreund ist noch nicht gelesen. Das hat sich Albert Minas aufgespart, um der Volksfreund-Reporterin mal zu zeigen, wie er das macht.

"Erstmal klappe ich ihn auf", erklärt er. Und alles, was an Reklame drin ist, wandert direkt rüber zu seiner Frau, denn für Reklame interessiert sich der 76-Jährige nicht. Dann dreht Minas den TV rum und fängt von hinten an zu lesen. So wie jeden Morgen. Und so wie jeden Morgen ist er mit der letzten Seite, die seine erste ist, schnell fertig. "Auf prominente Klatschgeschichten verzichten wir zu 100 Prozent", sagt Minas, der sich und seine Frau mit folgenden Worten beschreibt: "Wir sind noch von der alten Welt."

Therese Minas' (74) Aufgaben waren und sind der Haushalt, die vier Kinder und inzwischen auch die zehn Enkel. "Und den Alten zu verwöhnen", scherzt Albert Minas, der - ganz traditionell - der Geldverdiener war und ist. 40 Jahre lang hat er bei der Post gearbeitet, und seit 20 Jahren zeigt er als Stadtführer Gästen die Stadt Trier oder auch Luxemburg, Metz, Mainz oder die Eifel. Artikel über kulturelle Angebote oder Heimatfeste interessieren ihn daher ganz besonders. Ebenso die Was-Wann-Wo-Seite, auf der alle aktuellen Termine, Radarkontrollen, allerhand Serviceadressen, Notdienste und vieles mehr abgedruckt sind.

Doch bis er dahin kommt liegen noch zwei andere Aufgaben vor ihm. Erstens: Das Studieren der Todesanzeigen. Erst neulich musste er so vom Tod einer Bekannten erfahren. "Die Todesanzeigen sind wichtig", sagt Minas. Auch, weil sie einen daran erinnern: "Jeder ist mal dran".

Die zweite Aufgabe ist dagegen unterhaltsamer. Denn Minas liebt es, das TV-Sudoku zu lösen. Diese Seite reißt er sich sogar heraus. Er ist enttäuscht, wenn das Rätsel mal zu einfach ist - und findet es schade, dass es sonntags keinen Volksfreund gibt. Dann blättert der Trierer weiter zum Sport und recht schnell darüber hinweg, denn obwohl er selbst gerne Sport treibt, ist das nicht sein Ding. Ganz anders als die Ausflugstipps, die der TV seinen Lesern regelmäßig bietet. "Das ist sehr schön!", lobt der Gästeführer. Ohnehin ist er der Meinung: "Der Lokalteil ist das Wichtigste am Volksfreund."

Und schon hat er sich festgelesen. Erst an einem Artikel über einen geplanten Bau bei der St.-Maximin-Kirche. Und dann an einer Meldung über Führungen im Landesmuseum. "Hey, nur zwei Euro die Führung, da gehen wir mit der ganzen Familie hin", sagt er zu seiner Frau und reißt die Meldung heraus. "Und schon ist das Wochenende geplant", antwortet sie ihm lächelnd.

Auch bei den Börsenkursen bleibt der treue TV-Leser hängen. Nicht, weil er Aktien hätte. "Wenn der Euro niedrig steht, wird der Urlaub teuer", sagt Minas - der mit seiner Frau ebenso gerne verreist wie er anderen die Welt zeigt - ehe er über eine Anzeige stolpert, die für eine TV-Leserreise wirbt, und er erneut ans Erzählen gerät. Denn schon mehrfach war das Paar auf solchen Leserreisen. "Die sind wirklich interessant für die Gäste und gut organisiert", finden sie.

Und das Fazit des Ehepaars, das die Reporterin sehr gerne hört: "Jawoll, wir brauchen den TV". Wenn sie auch nicht alles lesen, so sei die Zeitung doch eine Richtschnur für den Tag und für die Woche - die außer sonntags immer gegen acht Uhr mit dem gleichen Ritual beginnt: dem Gang zum Briefkasten.

Katharina Hammermann

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