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Jugend musiziert

Jugend musiziert

KREUZWEILER-DILMAR. Jugendlich und mit viel Elan ausgestattet präsentiert sich der Musikverein Kreuzweiler-Dilmar. Das niedrige Durchschnittsalter der Musiker setzt sich bei den Mitgliedern, die im Vorstand des Vereins Verantwortung tragen, fort.

Locker und unkonventionell geht es im Musikverein (MV) Kreuzweiler-Dilmar zu. Dies gilt sowohl für die Orchesterproben (was nicht heißen soll, dass diese ohne den gebührenden Ernst stattfänden) wie auch die Zusammenkünfte der Vorstandsmannschaft, wenn es darum geht, irgendein Anliegen zu regeln. "Unser Vorsitzender war in den vergangenen Jahren nie älter als 30 Jahre", sagt Stephan Geib, der Vize-Chef des 94 Jahre alten Musikvereins, und weist auf den Umstand hin, dass sich in Kreuzweiler-Dilmar junge Leute nicht weigerten, Verantwortung zu übernehmen. Heute 30-Jährige engagierten sich bereits seit zehn und mehr Jahren im Vorstand. Als überaus erfreulich bezeichnet Geib den "statistischen Wert" bei den aktiven Musikern. Bei ihnen ergebe sich ein Durchschnittsalter von 27 Jahren. Ein weiteres Phänomen herrscht in Kreuzweiler (240 Einwohner) und Dilmar (120) vor: Das Haus, in dem nicht mindestens ein Familienangehöriger in der Mitgliederliste des Musikvereins auftaucht, müsste in den beiden zur Gemeinde Palzem gehörenden Ortsteilen noch gesucht werden.Von Queen bis Marschmusik

Bei so viel Jugend im Verein versteht es sich von selbst, dass die moderne populäre Musik - beispielsweise von Robbie Williams oder Queen - einen äußerst hohen Stellenwert besitzt. Trotzdem kommen die Musikstücke, die vielleicht eher den älteren Musikern liegen, dennoch nicht zu kurz, bestätigt Stephan Geib: "In unseren Notenmappen ist eine breite Palette an Musikliteratur zu finden - auch Marschmusik gehört dazu." Und so ist man denn auch bestens gewappnet für mehr als 40 öffentliche Auftritte, die das Orchester im Verlauf eines Jahres absolviert. Das jeweils neue Repertoire wird traditionell beim Familienabend den Gästen erstmals präsentiert. Neben der musikalischen Unterhaltung gibt es auch andere Glanzpunkte bei der Feier - Sketche etwa. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich der im äußersten süd-westlichen Zipfel des Kreises Trier-Saarburg beheimatete Musikverein möglicherweise von anderen, die speziell ein eigenes Konzert für ihre neuen Werke veranstalten. Stephan Geib: "Wir sind nun mal ein lockerer Haufen." Womöglich halte dies die älteren Orchestermitglieder jung. "Bei uns ist auf alle Verlass - ohne Ausnahme."Familienabend am Samstag

Stephan Geib und Thomas Feltes verschweigen keineswegs, dass es dem MV "auch schon mal schlechter ging". Doch dies sei Schnee von gestern. Das Tief vor 15 Jahren sei längst überwunden. Nicht ein Mitglied habe man durch Wegzug aus der Heimatgemeinde verloren, betont Stephan Geib stolz: "Einmal MV Kreuzweiler-Dilmar, immer MV Kreuzweiler-Dilmar", beschreibt er eine "verschworene Gemeinschaft". Dirigent Guido Beck aus Kirf gehöre zum "lebenden Inventar". Es müsse an mehr liegen als nur am neuen Probenraum, wo sich der Verein im neuen Gemeindehaus gut aufgehoben und zuweilen pudelwohl fühlt. Diesmal wird der Familienabend "im Saal" am Samstag, 25. November, 20 Uhr, kein normaler sein, denn gleich drei verdiente Mitglieder sollen zu Ehrenmitgliedern ernannt werden.