Lehrgeld und bittere Pillen

Lehrgeld und bittere Pillen

Zwei unterschiedliche Halbzeiten und eine vermeidbare Niederlage bescherten dem SV Zeltingen nächste Woche gegen die Sportfreunde Thalfang ein echtes Endspiel um den Ligaverbleib. Das 1:4 bei der Konter starken SG Bruch lässt den in der ersten Hälfte gefährlich agierenden SV Zeltingen in Zugzwang kommen.

Niersbach. Interimstrainer Bernd Jakoby monierte so manche Schiedsrichterentscheidung. Doch der maßgebende Grund für die vermeidbare Niederlage der Zeltinger war die unzureichende Chancenverwertung. Das fehlende Glück äußerte sich in vielen Aluminiumtreffern. So geschehen bei Max Kellers Kopfball, dem wuchtigen Kopfball von Michael Kappes in der ersten Hälfte und erneut Keller bei seinem Kopfball in der 60. Minute. Hinzu kamen Riesenmöglichkeiten von Robert Baum, erneut Keller und Gordon Greis. Die knapp 100 Besucher auf der Rasenplatzanlage in Niersbach sahen ein kampfbetontes Spiel, in dem die Gäste zunächst die besseren Szenen hatten. Michael Kappes bescherte den Gästen mit einem Solo die Führung (10.). Doch die Scholer-Elf kam Mitte der ersten Halbzeit besser zum Zug, und Torjäger Michael Urbild besaß die Ausgleichschance, die er aber verstolperte. Die abstiegsbedrohten Moselaner standen gut, wirkten im Mittelfeld und in der Abwehr kompakt und versuchten, ihre Konterchancen wahrzunehmen. Der SVZ spielte nicht wie ein Abstiegskandidat. Doch der konsequente Abschluss und das Quäntchen Glück fehlten. Kurz vor der Pause ließ es Alexander Schneider krachen. Ein 25-Meter-Schuss ließ Gerald Rees im Zeltinger Kasten keine Chance, es stand 1:1. Auch im zweiten Abschnitt investierten beide Teams viel in die Laufarbeit, versäumten es aber, Akzente nach vorn zu setzten. Die Brucher standen auch ohne Michael Scholer, der für Sven Valerius Platz machte, defensiv geordnet und gestatteten dem spielerisch besseren Gast nicht mehr viele Möglichkeiten. Doch auch Bruch hatte Pech am Schuh. Urbilds Freistoß-Schlenzer landete ebenso am Pfosten wie kurz vor Schluss der Heber von Holger Mennicke. Erst Schneiders geniales Anspiel auf Michael Urbild brachte die zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Brucher Führung - 2:1 (66.). Die Moselaner setzten jetzt alles auf eine Karte, liefen aber Gefahr, ausgekontert zu werden. Genau das taten die Heckenländer: Als die Gäste dem Ausgleich sehr nahe waren, schlug Urbild erneut zu: Einen langen Ball nahm der Stürmer auf und ließ sich bei seinem 26. Saisontor nicht zweimal bitten — 3:1 (79.). Als Holger Mennicke im Strafraum unsanft von den Beinen geholt wurde und Sven Müller den fälligen Elfer zum 4:1 verwandelte, gestaltete sich der Vorsprung komfortabel (85.). Während sich Scholer zurückhaltend zur eigenen Leistung äußerte, musste Jakoby auf Zeltinger Seite das fehlende Glück heranziehen. "Machen wir die vier Lattentreffer weg, dann gehen wir als Sieger vom Platz. Doch die Jungs sind noch nicht clever genug. Noch ist nichts verloren. Nächste Woche gegen Thalfang gibt es ein Sechs-Punkte-Spiel, wo wir alles klar machen wollen." Bruch: Theiß - S. Müller - Scholer (46. Vallerius), S. Müller, Becker - Wagner, Krummeich (46. Thiel), Marx, Schneider - Urbild, Mennicke Zeltingen: Rees - Roth - Winkler (77. Schmitz), Ehses, F. Kappes (77. Maurer) - Busch, Greis, M. Kappes (62. Feyen), Schwaab - Baum, Keller Tore: 0:1 Michael Kappes (10.), 1:1 Schneider (45.), 2:1 Urbild (66.), 3:1 Urbild (79.), 4:1 Sven Müller (85., Foulelfmeter) Schiedsrichter: Alexander Pauly (Zemmer) Zuschauer: 100