LEICHTATHLETIK: "09" kostet sieben Plätze

LEICHTATHLETIK: "09" kostet sieben Plätze

ROTH. Hunderte von Trainingskilometern haben sich gelohnt: Drei Ausdauersportler aus dem Hunsrück und einer von der Mosel kamen beim schweren Langdistanz-Triathlon im fränkischen Roth ins Ziel.

"Ironman" darf sich der traditionsreichste Langdistanz-Triathlon Deutschlands in Roth nicht mehr nennen. Die Streckenlängen des nun "Quelle Challenge Roth" getauften Wettkampfes unterscheiden sich nicht von denen des Ironman Germany, der seit einigen Jahren in Frankfurt stattfindet. Im Fränkischen wie in der Mainmetropole müssen die Athleten 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und zum Abschluss einen Marathon (42,195 Kilometer) laufen. Einziger Unterschied: Nur in Frankfurt kann man sich für den Ironman auf Hawaii qualifizieren.130 000 Zuschauer an der Strecke

Ähnlich legendär wie das Rennen auf der Vulkaninsel ist dafür die Stimmung in Roth. Darauf schwört Thomas Koch. Mehr als 130 000 Zuschauer schrien diesmal die 2325 Startern den bei Triathleten berühmten Solarer Berg hinauf. Mittlerweile seien es schon zu viel Starter, meint Koch: "Die Radstrecke ist zu voll." Dadurch würden auch Unschuldige Gefahr laufen, im Gedränge als Windschattenfahrer (zum Vordermann muss ein Mindestabstand gehalten werden) gebrandmarkt zu werden. Trotz geringerem Trainingsaufwand als in der Vergangenheit schaffte Koch in 10:40:33 Stunden den Sprung unter die Elf-Stunden-Marke. "Beim Schwimmen sind noch ein paar Minuten drin", glaubt der 30-Jährige. Nach 1:08:42 Stunden stieg Koch als 857. aus den Fluten des Rhein-Main-Donau-Kanals. Beim Radfahren machte sich sein Trainingsrückstand am deutlichsten bemerkbar: Mit einem Schnitt von etwas über 31 Kilometern pro Stunde verlor er einige Plätze. Fred Lettau stark auf dem Rad

Schneller, um mehr als eine viertel Stunde, war in dieser Disziplin Fred Lettau aus Kleinich, der in 5:28:09 Stunden fast einen 33er-Schnitt schaffte und Koch auf den 180 Radkilometern überholte. Im abschließenden Marathonlauf konnte der ehemalige 5000-Meter- Rheinlandmeister Koch wieder seine ganze Erfahrung ausspielen und lief in 3:40:15 Stunden die schnellste Zeit der vier Starter aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich. Hinter Koch, der den 455. Platz in der Gesamtwertung und den 119. bei den gleichzeitig ausgetragenen deutschen Meisterschaften erreichte, verpasste Lettau in 11:04:12 Stunden den Sprung unter die Elf-Stunden-Marke knapp (668. Platz). Jochen Gerhard aus Kinheim- Kindel wurde in 11:13:21 Stunden 761., Thomas Schmaus aus Morbach kam in 11:17:51 Stunden als 807. ins Ziel. Das Team TV 09 Morbach Ausdauerteam, für das alle vier Athleten starteten, belegte unter 201 Mannschaften den 76. Platz. Lettau schaffte es trotz der zweitbesten Zeit nicht ins Trio, weil bei ihm im Mannschaftsnamen das "09" vergessen wurde. Die zwei Zahlen kosteten sieben Plätze. "Das ist egal", sagt Thomas Koch. Wichtig sei, dass alle vier das Ziel erreicht haben.