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LEICHTATHLETIK: Nacharbeit ist Nachtarbeit

LEICHTATHLETIK: Nacharbeit ist Nachtarbeit

WITTLICH. Die rheinland-pfälzischen Leichtathleten können am 4. Juni nach Wittlich kommen. Sportzentrum und Organisationsteam zeigten sich dem Ansturm bei der Generalprobe während der Bahneröffnung gewachsen.

Ludwig Beißel kann seinen Blick beruhigt über das Stadion am Bürgerwehr schweifen lassen. Beim ersten Sportfest des Jahres arbeitete das vereinsübergreifende Organisationsteam unter Federführung des PSV Wengerohr einwandfrei zusammen. Das Wittlicher Sportzentrum erwies sich als geeignet für Landesmeisterschaften. "Arno Denkert denkt mit", lobt Beißel den Platzwart, der das einzige rheinland-pfälzische Stadion mit acht Rundbahnen gut in Schuss hält. Um Wittlich noch zukunftssicherer zu machen, denkt Denkert beim Ersatz für den verfaulten Hindernisbalken am Wassergraben an ein modernes, höhenverstellbares Hindernis. Damit hätte man die Option auf die bisher noch seltenen Wettkämpfe im Frauen-Hindernislauf. Zunächst liegen die Prioritäten aber bei den Rheinland-Pfalz-Titelkämpfen. "Das Ganze war ein Test für den 4. Juni", sagt Beißel über die so genannte "Bahneröffnung". Mehr als 400 Starts wickelte das 30-köpfige Kampfrichterteam innerhalb von fünf Stunden ab. "Es waren genügend Helfer da. Wir hatten von Anfang an keinen Personalmangel", freut sich Beißel über die gute Motivation vor allem auch der jungen Kampfrichter, wie zum Beispiel Jennifer Jüngling. Viel zu gerne hätte die beste Weitspringerin des Kreises Bernkastel-Wittlich selbst die Spikes geschnürt. Weil dies wegen eines Bänderrisses aber unmöglich war, saß die 16-Jährige schweren Herzens neben der Sandgrube und notierte Weiten. Hand- statt Fußarbeit.Videobeweis an der Ziellinie

Bei der Zeitmessung hat dagegen längst die Elektronik auch Einzug ins Wittlicher Stadion gehalten. Hans-Peter Schon und Hans-Peter Plein ermittelten 50 Meter von der Ziellinie entfernt im Sprecherhäuschen sitzend per Video auf die Hundertstelsekunde genau die Zeiten der Läufer. Am Start sorgte mit Ralf Röhl ein Kampfrichter mit Erfahrungen bis auf höchste nationale Ebene dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht. In der EDV wurde wie in einem Beißel'schen Familienbetrieb gearbeitet. Ludwigs Beißels Töchter Sonja und Kathrin fütterten den Computer mit Namen, Zeiten und Weiten. Thorsten Beißel sorgte für die Kommunikation zwischen Wettkampfbüro und Starter. Gewehr bei Fuß stand in der Vor- und Nachbereitung aber immer auch Jörg Klein. "Jörg hat sich in der Nacharbeit sehr reingekniet", lobte Ludwig Beißel den EDV-Fachmann. Der letzte Startschuss war längst gefallen, der letzte Speer hatte sich schon Stunden zuvor in den Rasen gebohrt, als sich Jörg Klein und Kathrin Beißel immer noch über den Computer beugten, um die Ergebnisse ins Internet zu stellen. Die Nacharbeit wurde zur Nachtarbeit.