LISAS KOLUMNE

Anne und ich waren am Samstag im Exhaus auf der "HipHop Summer Jam". Es sollte eine Art Revival werden, denn schließlich zählte das Exhaus mit Beginn unseres 14. Lebensjahres zwei Jahre lang allwöchentlich zu unserem Pflichtprogramm.

Zweifellos war es ein riskantes Unterfangen, waren wir doch seit einiger Zeit in den Genuss von stilvollen "Dort-trage-ich-mit-Sicherheit-High-heels-Parties" gelangt und dem Exhaus aufgrund unseres fortschreitenden Alters fern geblieben. Tatsächlich hatte sich nichts verändert. Da standen sie, in ihren Baggy-Hosen, die Tragegurte der Rucksäcke fest in der Hand, und bejubelten die Stars der Trierer HipHop-Szene. Da wir erst zu "unserer" gewohnten Partystunde dort aufkreuzten, entging uns leider die Hälfte der Konzerte. Gerade noch erlebten wir "Kamp MC", der unaufhörlich zustimmendes Kopfnicken aus den Zuschauerrängen erntete. Im "Subway", dem kleinen Ausweichraum neben den Toiletten, lief wie eh und je eine äußerst chillige Reggae-Musik, zu der sich einige wenige in Trance tanzten. Es schien beinahe so, als sei die Zeit stehen geblieben. Wir fühlten uns gnadenlos in die Vergangenheit zurück katapultiert. Doch wir hatten uns verändert. Wir sehnten uns nach Magie versprühenden, liebevoll dekorierten Räumlichkeiten und nach Cocktails. Vor allem aber sehnten wir uns danach, ausgelassen zu tanzen. Also wollten wir weiterziehen, "Trier Nachtaktiv" erwartete uns. Doch nachdem wir am frühen Abend eineinhalb Stunden lang Squash gespielt hatten, fanden wir am Ende nicht mehr die Kraft, uns ins Getümmel zu stürzen. Anne bemerkte müde, dass sie auch am Tag durch die City bummeln könne. Aber sie vergaß dabei das Abenteuerliche an der Sache, sprich, dass uns Bürgern ein Mal im Jahr die Möglichkeit eröffnet wird, wie in einem romantischen Mittelmeerort nachts unser Geld in den Geschäften zu lassen. Bis dann,