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Mac Schmeck oder Wurst?

Mac Schmeck oder Wurst?

TRIER. Dreht man sich auf dem Trierer Hauptmarkt einmal im Kreis, so lachen einen die verschiedensten Fast Food-Ketten an. Ob McDonald's, Döner-Buden oder das neu eröffnete Subway: Die Auswahl ist groß. Aber was schmeckt und sättigt wirklich, und nach welchen Kriterien suchen sich Jugendliche das "Schnelle Essen" aus?

"Wenn ich auf City-Tour bin und es mal wieder schnell gehen muss, dann spring ich schon mal eben bei McDonald's oder Burger King rein und hol mir eine Portion Pommes oder 'nen Gemüseburger." So wie die 23-jährige Monika Heck - sie ist übrigens Vegetarierin- halten es viele Jugendliche in Trier. Fast-Food steht eben besonders wegen seiner buchstäblichen Geschwindigkeit ganz oben auf der Liste, wenn der kleine Hunger kommt.Hauptsache: In der Nähe

Dabei ist den meisten City-Bummlern egal, zu welcher Fast-Food Kette sie gehen. Den Ausschlag gibt häufig die Nähe zum Anbieter. Der 17-jährige Daniel Hartz isst schon allein deshalb öfter einen Döner Kebab, weil er "nur zwei Kilometer von einer Döner-Bude entfernt" wohnt. "Wenn ich dann in Trier bin, gehe ich lieber zu den großen Fast-Food Ketten statt mir 'ne Bratwurst an einer Imbissbude zu kaufen." Sind Brat- und Currywurst wirklich ein geschmackliches Auslaufmodell? Die Befragten scheinen dies zu bestätigen. Kaum jemand nennt den ur-deutschen Imbiss-Klassiker als seinen Favoriten. Mag sein, dass hier die Warnungen der Gesundheitsexperten ihre Wirkung erzielt haben. Schließlich haut die Currywurst in Kombination mit einer Portion Pommes-Majo mit 1185 Kilokalorien ordentlich rein. Dagegen sind BigMäc (507) und Döner inklusive einer Dose Cola (799) wahre Fitness-Engel. Würde man gar alle drei Gerichte zu sich nehmen, müsste man über sechs Stunden Fahrrad fahren oder ein fast vierstündiges Fußballspiel austragen, um die aufgenommene Energie wieder zu verbrauchen. "Mit rund 50 Gramm Fett deckt die Bratwurst fast den kompletten Tagesbedarf eines Jugendlichen", erklärt die selbstständige Ernährungsberaterin und Diplom Oecotrophologin, Monika Röhlich. Julian Wallerich sieht diesem Problem gelassen entgegen. "Mir ist egal, ob Fast Food fett macht. Ich nehme eh' nicht zu." Mit monatlich 10 bis 20 Euro bei drei bis vier Fast-Food Besuchen sind die Befragten recht sparsam. Bei der Finanzierung können die Jugendlichen zudem mit der Unterstützung ihrer Eltern rechnen. "Ich habe im Monat 14 Euro Taschengeld, aber wenn ich mal zum Skaten nach Trier fahre, dann geben mir meine Eltern Geld fürs Essen mit", sagt Dennis Klein (13). Die 13-jährige Maike Braunger muss selbst auch kein Geld für Fast-Food ausgeben. "Wenn ich mal mit meinen Eltern in der Stadt bin und wir nicht viel Zeit haben, dann gehen wir zusammen einen Döner oder Fritten essen."Flüssige Dickmacher

Solche Familienausflüge sollten aber nicht zur Regel werden. Monika Röhlich betont: "Es ist wichtig, dass die Grundernährung der Jugendlichen gesund ist. Dann kann man auch mal zu McDonald's und Co gehen." Die Ernährungsexpertin rät zudem, bei der Getränkewahl auf Kalorienbomben wie Cola und Milchshakes zu verzichten. "Der Zuckergehalt dieser Softdrinks wird viel zu häufig unterschätzt." Viele Fast-Food-Ketten bieten mittlerweile einige Alternativen zum Kalorien-King wie Salate, Früchte oder Joghurt an. Eine Revolution? Wohl kaum, denn Fast-Food mit immer neuen Angeboten hat in Deutschland eine lange Tradition. Der Vorläufer von Burger King und Pizza Hut, eine mittelalterliche Brotzeithütte in Regensburg, versorgte schon im Jahr 1134 die Erbauer des Doms mit zeitgenössischen Snacks.