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Magerkost am Idarwald

Laufduell: Hundheims Michael Eck (rechts) hat das Nachsehen gegen Morbachs Sascha Lieser..Foto: Joachim Johanny
Laufduell: Hundheims Michael Eck (rechts) hat das Nachsehen gegen Morbachs Sascha Lieser..Foto: Joachim Johanny
MORBACH. Die Revanche nach dem Hinspiel-0:4 ist den Reservespielern des Landesligisten SV Morbach geglückt. Gegen die bereits als Meister feststehende SG Hundheim/Hinzerath gewann die Kneppel-Elf 1:0 und wahrte die Anwartschaft auf Platz zwei. Von unserem Mitarbeiter <br>LUTZ SCHINKÖTH

Die Diskussion um vakante Trainerposten für die kommende Saison waren anfangs interessanter als das Spielgeschehen auf dem Morbacher Hartplatz. So gestaltete sich das Prestigespiel der Landesliga-Reserve gegen die bereits als Meister feststehende SG Baldenau eher zu einem Langweiler. Es gab kaum Strafraumszenen und Torchancen auf beiden Seiten.

Da sich beide Teams bemühten, aber keine zwingende Überlegenheit erzielten, spielte sich die Partie meist im Mittelfeld ab. Die erste Chance auf Gastgeberseite hatte Michael Mohr nach feinem Zuspiel vom neuen Morbacher Torjäger Torsten Gorges (31.). Zuvor hatte Hundheims Thomas Eck in SVM-Schlussmann Kevin Greweling seinen Meister gefunden.

Der Spielaufbau wurde immer wieder entweder durch kleine Fouls oder Fehlpässe unterbrochen, so dass von einem echten Spitzenspiel kaum die Rede sein konnte. So plätscherte das Spielchen höhepunktlos vor sich her und kaum einer nahm den Pausenpfiff des guten Schiris Uli Witz aus Dreis so richtig wahr.

Nach Wiederbeginn setzte Patrick Eck ein erstes Achtungszeichen für die Idarwälder, die jetzt mehr Dampf machten. Auf der anderen Seite strich Eugen Ziegenhagels Kopfball über den Querbalken (48.).

Die Mittel, zum gegnerischen Tor zu kommen, blieben bescheiden, da die Abwehrspieler die Zweikämpfe meist für sich entschieden. Auch das Flügelspiel war so gut wie nicht existent. Die Meistermannschaft der beiden Spielertrainer Michael Eck und Danny Scheid deuteten nur phasenweise ihre Reife an, rieben sich aber in zu vielen Zweikämpfen und Einzelaktionen im Mittelfeld auf, so dass die Spitzen zumeist in der Luft hingen. Mit zunehmender Spieldauer nahmen die Abstimmungsschwierigkeiten zu. Niemand schien in der Lage, die Schwächen des Gegners zu bestrafen, da der entscheidende Steilpass nie ankam. Der Überraschungseffekt war kaum gegeben. In der Schlussviertelstunde zogen die Akteure das Tempo noch einmal an und versuchten überwiegend mit langen Bällen das eng gewordene Mittelfeld zu überbrücken.

Doch die langen Kerls auf Baldenauer, aber auch der umsichtige Libero Harald Andres auf SVM-Seite verhinderten die spärlichen Angriffsversuche. Einzig erwähnenswert das Geschoss von Gorges, das an den Pfosten knallte - Keeper Ralf Weber wäre nie und nimmer an das Leder gekommen.

Doch eine Szene später sollte die durchwachsene Partie doch noch ihren Sieger bekommen. Nach einem SVM-Freistoß bildete sich im Baldenauer Strafraum eine Spielertraube, Keeper Weber unterlief diesen Freistoß und prompt war Verteidiger Marcus Wagner zur Stelle, der das Leder ins lange Eck bugsierte (80.). Das 1:0 brachte den Gastgebern nur vorübergehend mehr Sicherheit. Die nun auf den Ausgleich drängenden Gäste hatten durch den eingewechselten Pascal Leiendecker per Kopf die Möglichkeit zum 1:1, doch das Gebälk verhinderte dieses Vorhaben. Zwei Minuten später war die Fangemeinde der Hundheimer aufgebracht, als ein Treffer von Tobias Gutweiler wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Der A-Liga-Aufsteiger drückte nun gewaltig, doch an diesem Tage hatten sie nicht den Knipser in ihren Reihen, der es geschafft hätte, den Morbachern den Sieg noch einmal streitig zu machen. So blickte Morbachs scheidender Trainer Andreas Kneppel mit lächelnder Miene gen Zukunft und berichtete erleichtert: "Ich glaube, dass wir das Spiel verdient gewonnen haben, da wir in der zweiten Halbzeit mehr Druck machten. Wir sind uns alle im Klaren darüber, dass es kein Schmankerl war, was wir da abgeliefert haben. Aber wichtig war dieser Sieg gegen den alten Rivalen schon. Jetzt können wir noch Zweiter werden".

Angesprochen auf seine fußballerische Zukunft erwiderte Kneppel zukunftsweisend, dass "ich mich höchstwahrscheinlich um den Nachwuchs kümmern werde". Sein Gegenüber Michael Eck wertete die Partie als verpasstes Unterfangen, den Abstand ausgebaut zu haben, denn "siebzig Punkte zum Abschluss sind das erklärte Ziel. Es lief aber nicht viel zusammen bei uns. Die Morbacher haben verdient gewonnen, auch wenn wir dies nur allzu gerne verhindert hätten", sagte Eck, der auch im kommenden Jahr mit Danny Scheid die sportlichen Geschicke leiten wird.